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Aus: Ausgabe vom 10.12.2025, Seite 10 / Feuilleton

Tembridis, Maurenbrecher, Wachowiak, Weißbach

Von Jegor Jublimov
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Ein Herz für Brecht: Jutta Wachowiak liest B. B. bei der Geisterstunde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof (2018)

Im öffentlichen Bewusstsein ist hierzulande der griechische Bürgerkrieg der zweiten Hälfte der 1940er Jahre nicht mehr verankert. Damals wurden verfolgte griechische Volksfrontkämpfer in der SBZ bzw. DDR aufgenommen. Als Kind von Partisanen kam in Radebeul am Montag vor 70 Jahren Jannulis Tembridis zur Welt, wuchs später in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes auf und studierte an der Weißenseer Kunsthochschule Bildhauerei bei Lutz Holland und Karl-Heinz Schamal. Gleich nach dem Studium verschlug es ihn ins Oderland, wo er noch immer lebt. Außer in Berlin findet man seine Werke u. a. in Seelow, Prenzlau und Müncheberg. In der Sparte Plastik wurde Tembridis 2008 mit dem Brandenburgischen Kunstpreis ausgezeichnet. Er malt zudem und greift hier, wie auch bei Stein- und Keramikarbeiten, immer wieder Motive aus der griechischen Antike auf.

Die Türkei spielte eine Zeitlang eine wichtige Rolle im Leben von Thomas Maurenbrecher, der am Freitag vor 85 Jahren in Krefeld geboren wurde. »Ich hatte für mich die Kunst entdeckt, nachdem ich mich mehrmals in türkischen Dörfern mit ihrer Erzählkultur aufgehalten hatte«, erklärt er. Der Soziologe, der 1984 über die Situation türkischer Arbeitsmigranten promovierte, arbeitete als Sozialarbeiter und in der Lehre. Kontinuierlich veröffentlichte er Prosa, vor allem zwischen 1992 und 2018. Dabei griff er nicht nur die Situation von Emigranten aus mehreren Generationen auf, sondern auch die Probleme des »Zusammenwachsens« zweier deutscher Staaten, wie in »Mecklenburg forever« (2007).

Eine Adaption dieses Romans kam nicht zustande. Er hätte aber nicht so eine klischeehafte Filmvorlage geboten, wie sie 2023 mit »Ostsee für Sturköppe« auf den Bildschirm kam. Neben Hermann Beyer spielte Jutta Wachowiak eine der Hauptrollen, die ein Star am Deutschen Theater war und mittlerweile auf mehr als 100 Rollen vor der Kamera zurückblicken kann. Ihre größte Kinozeit waren die 1980er Jahre, als sie Hauptrollen in so unterschiedlichen Defa-Filmen wie »Glück im Hinterhaus«, »Die Verlobte« (beide 1980), »Märkische Forschungen« (1982), »Käthe Kollwitz« (Titelrolle 1986) und »Fallada – letztes Kapitel« (1988) übernahm. Die Berlinerin, zu deren vielen Auszeichnungen der Kunstpreis der DDR wie auch der Lebenswerk-Preis der Defa-Stiftung zählt, begeht am Sonnabend ihren 85. Geburtstag.

Schon am Montag erreichte Giso Weißbach dieses Alter, der 1973 schlagartig bekannt wurde, als er in dem spannenden DFF-Dreiteiler »Das Licht der schwarzen Kerze« die Hauptrolle eines kommunistischen Kundschafters spielte. Der wird während des Spanischen Bürgerkriegs in die deutsche »Legion Condor« eingeschleust und nach seiner Entdeckung in der Wüstenfestung El Paraiso inhaftiert. Regisseur Peter Hagen arbeitete noch mehrfach mit ihm zusammen, so in den Mehrteilern »Das unsichtbare Visier« und »Feuerdrachen«. Weißbach, der in vielen weiteren Filmen auftrat, ist auch als Musicaldarsteller hervorgetreten und wurde in seiner Heimat als »Botschafter des Erzgebirges« geehrt.

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