-
09.12.2025
- → Natur & Wissenschaft
Ausbreitung der Pest durch Kältewelle
Cambridge. Die Pest gab es in Europa seit der Antike, als erste große Epidemie gilt diejenige zu Zeiten des oströmischen Kaisers Justinian (527–565). Ihren Höhepunkt hatte die Seuche auf dem Kontinent jedoch mit den Pestwellen zwischen 1346 und 1353, die rund 25 Millionen Menschen das Leben kosteten. Der durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöste »Schwarze Tod« kam damals über Handelsrouten aus Zentralasien nach Westen. Unklar war bislang, warum die Pest gerade in dieser Zeit ausbrach. Indem sie das Wissen über die Ausbreitungswege mit neuen Befunden zum Klima kombinierten, kamen Ulf Büntgen von der University of Cambridge und Martin Baum vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa zu dem Schluss, dass eine mehrjährige Kälteperiode die Pest begünstigt hat. Hinweise auf verringerte Sonneneinstrahlung und ungewöhnlich kühle Temperaturen lassen auf Vulkanausbrüche in den Jahren 1345 bis 1349 schließen. Die dadurch verursachten Ernteausfälle wurden von italienischen Handelsstädten wie Venedig oder Genua kompensiert, indem sie erstmals im großen Stil Getreide aus dem Osten importierten. 1347 traten dann die ersten Pestfälle in den italienischen Häfen auf. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!