Sorge um Imran Khan
Von Thomas Berger
Wie geht es Imran Khan? Ist er überhaupt noch am Leben? Nachdem in der Vorwoche Gerüchte über den Tod des gestürzten früheren Regierungschefs (2018–2022) aufkamen, bewegen diese Fragen nicht nur seine Angehörigen, sondern viele Menschen in Pakistan. Der 73jährige sitzt seit August 2023 in Haft, die meiste Zeit davon im Adiala-Gefängnis in der Garnisonstadt Rawalpindi. Der Besuch seiner Schwester Aleema Khan am 4. November ist das letzte Mal, dass er von einer Angehörigen gesehen wurde.
Am Folgetag veröffentlichte Khan noch einen längeren Beitrag in den sozialen Netzwerken, in dem er abermals Armeechef Asim Munir anklagte und ihm vorwarf, das Land als »schlimmster Diktator aller Zeiten« zu führen. »Es gibt derzeit keine verfassungsmäßige Ordnung in unserem Land, sondern nur das Gesetz von Asim.« Mit dem »Marionettenregime« der Regierung des konservativen Premiers Shehbaz Sharif werde er deshalb nicht verhandeln. Khans Partei PTI ist seit dessen Sturz im April 2022 (kurz nach einem Besuch in Moskau) Schikanen staatlicher Stellen und der politischen Verfolgung ihrer Mitglieder ausgesetzt. Die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen erklärte bereits im Sommer 2024, dass das Vorgehen gegen Khan internationales Recht verletze.
Zuletzt meldeten sich dessen Söhne zu Wort. »Nicht zu wissen, ob unser Vater sicher, verletzt oder überhaupt am Leben ist, ist eine Form psychischer Folter«, so Kasim Khan gegenüber der Agentur Reuters. Er verwies auf ein Gerichtsurteil, das der Familie wöchentliche Besuche gestattet. Zwar hatte die Gefängnisbehörde der Provinz Punjab Ende November erklärt, der Expremier sei »gesund und munter«. Nachdem die Familie erneut am vergangenen Dienstag nicht vorgelassen worden waren, hielten sie einen Sitzstreik vor dem Gefängnis ab. In der Woche zuvor war der Protest durch »einen brutalen und orchestrierten Angriff« der Polizei gewaltsam beendet worden, wie Khans Schwester Noreen Niazi gegenüber Medien schilderte.
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