-
29.11.2025
- → Inland
Reul: Schuss auf Kind erst im Treppenhaus
Bochum. Vor dem Schuss auf ein zwölfjähriges gehörloses Mädchen in Bochum sollen sich die Polizisten nach neuer Darstellung von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) aus der Wohnung zurückgezogen haben. Alle vier Beamten hätten im Treppenhaus gestanden, als das Mädchen mit zwei Küchenmessern auf sie zugekommen sei. Erst dann sei es zu dem Einsatz von Taser und Schusswaffe gekommen, sagte der Minister am Freitag. Reul kündigte einen Austausch mit mehreren Gehörlosenverbänden in der kommenden Woche an, um Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für die Polizei zu prüfen.
Am Mittwoch hatte der Anwalt des Mädchens den Ermittlern manipulative Darstellung in eigener Sache vorgeworfen. Die gehörlose Mutter sowie der Bruder des Mädchens schilderten den Zugriff demnach ganz anders als die Polizei es in ihrer »aggressiven Pressearbeit« tue, sagte Rechtsanwalt Simón Barrera González der dpa. Beide gaben demnach zu Protokoll, dass die Messer erst in einer Paniksituation ins Spiel gekommen seien, die die Polizei durch die Fesselung der Mutter unter vorgehaltener Waffe selbst verursacht habe. Zudem habe die Polizei jede Möglichkeit des Rückzugs gehabt, betonte Barrera González. (dpa/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
