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Reul: Schuss auf Kind erst im Treppenhaus

Bochum. Vor dem Schuss auf ein zwölfjähriges gehörloses Mädchen in Bochum sollen sich die Polizisten nach neuer Darstellung von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) aus der Wohnung zurückgezogen haben. Alle vier Beamten hätten im Treppenhaus gestanden, als das Mädchen mit zwei Küchenmessern auf sie zugekommen sei. Erst dann sei es zu dem Einsatz von Taser und Schusswaffe gekommen, sagte der Minister am Freitag. Reul kündigte einen Austausch mit mehreren Gehörlosenverbänden in der kommenden Woche an, um Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für die Polizei zu prüfen.

Am Mittwoch hatte der Anwalt des Mädchens den Ermittlern manipulative Darstellung in eigener Sache vorgeworfen. Die gehörlose Mutter sowie der Bruder des Mädchens schilderten den Zugriff demnach ganz anders als die Polizei es in ihrer »aggressiven Pressearbeit« tue, sagte Rechtsanwalt Simón Barrera González der dpa. Beide gaben demnach zu Protokoll, dass die Messer erst in einer Paniksituation ins Spiel gekommen seien, die die Polizei durch die Fesselung der Mutter unter vorgehaltener Waffe selbst verursacht habe. Zudem habe die Polizei jede Möglichkeit des Rückzugs gehabt, betonte Barrera González. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.11.2025, Seite 4, Inland

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