Neue Perspektive für CO₂-Abscheidung
Wien. Die Technik, von Menschen emittiertes Kohlenstoffdioxid wieder aus der Atmosphäre herauszufiltern, ist schon lange bekannt. Diese Climate-Engineering-Technik ist jedoch bisher relativ unrentabel, da sie viel Strom und damit Ressourcen verbraucht. Laut einer Pressemitteilung der Technischen Universität Wien verspricht ein neuer Prototyp einer Abscheidemaschine, dieses Problem zu lösen. Die Austrian Pilot Unit 1 (APU1) soll jedes Jahr 50 Tonnen Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern und dabei 2.000 Kilowattstunden pro Tonne verbrauchen – signifikant weniger als bisherige Anlagen. Den größten Energieaufwand bei bisherigen Technologien fordert nicht die Entnahme des Kohlenstoffdioxids aus der Luft, sondern die Entfernung aus den Filtern und die Speicherung. Dazu sind hohe Temperaturen erforderlich, später müssen die Anlagen wieder aufwendig abgekühlt werden. Bei der in Kooperation mit der TU Wien entwickelten neuen Technik wird dagegen das Filtermaterial automatisch zwischen einem heißen und einem kalten Behälter hin- und hertransportiert. Der Prototyp soll schrittweise hochskaliert werden. Das Ziel ist eine kompakte Anlage, die 1.000 Tonnen pro Jahr filtert. (jW)
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Heinrich H. aus Stadum (17. November 2025 um 21:09 Uhr)Au Holla! Ich hab’ mal Butter bei die Fische gemacht und für meinen Haushalt nachgerechnet: Wir verbrauchen etwa eintausendeinhundert Normkubikmeter (Erd-)Gas, also Methan, pro Jahr. Großzügig gerechnet sind das fünfzigtausend Mol Methan und im Ergebnis (neben Wasser) auch fünfzigtausend Mol Kohlendioxid, also 44 Gramm mal 50.000 gleich 2.200.000 Gramm oder zweikommazwei Tonnen CO2. Um diese CO2-Menge wieder abzuscheiden, würde die Maschine aus Wien also viertausendvierhundert Kilowattstunden elektrischen Stromes brauchen. Bei Nutzung einer Wärmepumpe, die im Mittel die dreifache Wärmemenge der benutzten elektrischen Energie bereitstellt, könnte ich dreizehntausendzweihundert Kilowattstunden Wärme verheizen, was ziemlich genau der Wärmemenge des verbrannten Erdgases entspricht. Ein Leistungsfaktor von 3 ist wohl die untere Grenze für eine Wärmepumpe. Übrigens: Die viertausendvierhundert Kilowattstunden für zweikommazwei Tonnen Kohlendioxidabscheidung sind das einskommasechsfache meines derzeitigen jählichen Stromverbrauchs... Ich stelle der TU Wien mein CO2-Aufkommen kostenlos für weitere Versuche mit der APU1 zur Verfügung.
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