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Aus: Ausgabe vom 17.11.2025, Seite 10 / Feuilleton
Chemnitz

Noch einmal mit Clara Mosch

Ein Jahr Kulturhauptstadt: Auch in Chemnitz kommt das Beste zum Schluss
Von Thomas Behlert
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Die einstigen Mitglieder der Künstlergruppe »Clara Mosch«: Michael Morgner, Dagmar Ranft-Schinke, Gregor-Torsten Kozik und Thomas Ranft (v. l., Chemnitz, 18.2.2025)

Nun haben es die Chemnitzer fast geschafft, die Tage als Europäische Kulturhauptstadt sind gezählt. Bald leben sie wieder nur in der drittgrößten Stadt Sachsens, mit großer Geschichte und schlechten Anbindungen. Nächstes Jahr sind Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei dran.

Mit einigen letzten Projekten will Chemnitz derweil beweisen, dass man den Titel auch behalten könnte. So beschäftigt sich eine Ausstellung in der Bergarbeiter- und Schnitzerstadt Annaberg-Buchholz mit der Künstlergruppe Clara Mosch. Deren Mitglieder gaben zwischen 1977 und 1982 von Karl-Marx-Stadt aus der Kunst in der DDR avantgardistische Impulse. Thomas Ranft hatte die Idee, aus den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Gründungsmitglieder einen Namen zu bilden: Clara Mosch. Doch mischte sich der Kulturbund ein, und schließlich zerbrach die Gruppe, die Überwachung durch den Staat hatte ihren Anteil. Bis zum 28. Februar 2026 werden im Annaberger Kunstkeller unter anderem Grafiken, Drucke und Fotos von Clara Mosch gezeigt.

Um eine Aufarbeitung des NSU-Komplexes – die Rechtsterroristen hatten in Chemnitz jahrelang ihr Hauptquartier – bemüht sich die Filmreihe »Im Fokus: Rechter Terror«. Im Anschluss an die Filme wird mit Betroffenen, Filmschaffenden und Zeitzeugen gesprochen. Die nächste Veranstaltung findet am 28. November 2025 im NSU-Dokumentationszentrum Chemnitz, Johannisplatz 8, statt. Los geht es ab 18.30 Uhr, um vorherige Anmeldung wird gebeten: kurzlinks.de/FokusRechterTerror

Nicht verpassen sollte man die Aufführung des »Canto General« am 24. November 2025 im Spinnbau Chemnitz. Der Gedichtzyklus des chilenischen Literaturpreisträgers Pablo Neruda gehört zu den bedeutendsten Werken der lateinamerikanischen Literatur und wurde vom griechischen Nationalheiligen Mikis Theodorakis vertont, dessen 100. Geburtstag im Juli dieses Jahres begangen wurde. Für die Chemnitzer Aufführung wurde das großartige Werk für drei Stimmen bearbeitet, es singt das Trio Quijote.

Am 27. November dann setzen die Elektropioniere von Kraftwerk mit einem Konzert einen würdigen frühen Schlusspunkt hinter ein Jahr als Kulturhauptstadt.

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