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Aus: Ausgabe vom 15.10.2025, Seite 5 / Inland
Welthunger

Leere Teller

Studie: Drittel der Weltbevölkerung kann sich gesunde Ernährung nicht leisten
Von Luca von Ludwig
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Auch wenn es nicht immer ums Überleben geht, fehlen vielerorts Nahrungsmittel, die besonders Kinder für gesundes Heranwachsen brauchen

Auf der ganzen Welt können sich immer weniger Menschen eine ausreichende, gesunde Ernährung leisten. Die weltweite Ernährungsarmut ist auf dem höchsten Stand seit 2017, wie die am Mittwoch veröffentlichte Studie »Armutslücke Welternährung« der NGO Miserior und der Universität Göttingen ergab. Demnach fehlen der Menschheit 3,25 Billionen US-Dollar, jeder dritte kann sich keine gesunde Ernährung leisten. Diese Lücke entspricht jedoch nur rund 1,6 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, so die Autoren.

Dabei geht es nicht nur um eine satt machende Ernährung, sondern auch um die hinreichende Versorgung mit Nährstoffen. »Satt alleine reicht nicht«, so Lutz Depenbusch von Miserior. Gemüse, Obst oder Milch seien jedoch gerade in sogenannten Entwicklungsländern für die meisten zu teuer, die Mahlzeiten bestünden oft nur aus einfachen Getreideprodukten. »In so einer Situation wird das tägliche Essen nicht unbedingt zu einem Kampf ums Überleben, aber zu einem um die Nährstoffe, die alle brauchen und die auch dafür sorgen, dass sich Kinder gut entwickeln können.«

Am meisten Geld fehlt laut der Studie den Menschen in den Ländern Zentral- und Ostafrikas zur gesunden Nahrungsversorgung. Hier hat sich dieses Problem seit 2017 am deutlichsten verschärft. Im Südsudan ist die individuelle Belastung am ausgeprägtesten; den Menschen stehen im Schnitt nur 14 Prozent von dem zur Verfügung, was für eine ausgewogene Ernährung notwendig wäre. Verbesserungen habe es indes im asiatischen Pazifikraum gegeben. Und obschon die materielle Not in den Ländern des globalen Südens besonders ausgeprägt ist, ist sie laut Depenbusch nicht auf diese Regionen beschränkt. Auch in der BRD halte Armut drei Millionen Menschen davon ab, sich hinreichend zu ernähren.

Mit Blick auf die Kürzungen bei der »Entwicklungshilfe« vieler westlicher Staaten seien »deutliche Verschlechterungen, gerade in Krisenländern« zu erwarten, führte Depenbusch gegenüber jW aus. »Man muss davon ausgehen, dass Hilfsorganisationen die Gelder oder auch das Material ausgehen.«

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