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Aus: Ausgabe vom 15.10.2025, Seite 2 / Inland
EVG gegen Nikutta

DB Cargo hat ernstes Problem

Drastischer Stellenabbau erwartet. EVG fordert Rücktritt der Spartenchefin
Von Susanne Knütter
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Güterschienenverkehr mit Potential: Erste Güterzuglokomotive für den automatisierten Streckenbetrieb (Köln, 4.7.2025)

Ohne den von DB Cargo organisierten Schienengüterverkehr geht es nicht. Die Unternehmen – von der Stahl- zur Automobilbranche – sind auf Transport und Logistik der Bahn-Tochter angewiesen. Aber profitabel wird der Betrieb vermutlich niemals sein. In jedem Fall nicht, wenn bei DB Cargo weiter so verfahren wird wie bisher. Die EVG befürchtet inzwischen einen drastischen Stellenabbau auf 10.000 Beschäftigte. Zuletzt war eine Reduzierung von 19.000 auf 17.000 Stellen vorgesehen.

Schuld gibt die EVG insbesondere der DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta. In einem Brief an Bahn-Chefin Evelyn Palla und Konzernaufsichtsratschef Werner Gatzer, der jW vorliegt, fordert die stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft EVG, Cosima Ingenschay, die Abberufung von Nikutta: »Für uns ist klar – nur ein personeller und strategischer Neuanfang kann DB Cargo retten.« Nikuttas Bilanz sei verheerend – über 3,1 Milliarden Euro ­Minus seit ihrem Amtsantritt. Was ­Nikutta »Transformation« nenne, sei »in Wahrheit ein kopfloses Abwickeln«. Mit dramatischen Folgen: sinkende Qualität, mangelhafte Pünktlichkeit, wachsende Unsicherheit. Die EVG fordere eine »Strategie für die Geschäftsentwicklung, nicht für die Geschäftsabwicklung«. Jetzt liegt laut Ingenschay erneut ein Konzept des Cargo-Vorstands vor, »das der Existenzkrise der DB Cargo nicht ansatzweise gerecht wird«.

Das Unternehmen soll auf Druck der EU-Kommission umgebaut werden, sonst droht die Zerschlagung. In der neuen Bahn-Strategie von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) heißt es, die Krisensparte müsse ab 2026 profitabel sein. »Die Sanierungsmaßnahmen der DB ­Cargo AG sind fortzusetzen und gegebenenfalls zu intensivieren.« DB Cargo transportierte laut Reuters im ersten Halbjahr 2025 zehn Prozent weniger, der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Im Güterbereich machen private Konkurrenten der Bahn bereits rund 60 Prozent des Geschäfts in Deutschland. Aus Sicht der EVG ohne Not und zu überhöhten Preisen. Ingenschay macht klar: Wir reden längst nicht mehr über ein singuläres Cargo-Problem. »Die Führungsspitze von DB Cargo ist mittlerweile ein Standortrisiko.« Diesen Mittwoch wird ein Gutachten zur Lage bei DB Cargo erwartet.

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