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Aus: Ausgabe vom 13.06.2024, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Eine Frage der Seite

Christian Schertz und die Medien |ARD-Mediathek
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Er wolle immer auf der richtigen Seite stehen, sagt Christian Schertz. Welche das im jeweiligen Fall ist, das entscheidet natürlich er. Und so kommt es, dass der von manchem Medium gefürchtete und manchem Promi geliebte Anwalt aus seiner Kanzlei am Berliner Kudamm sowohl die einstigen Opfer des übergriffigen Regisseurs Dieter Wedel unterstützt, als auch den Rammstein-Frontmann Till Lindemann vertritt. Jeder habe ein Persönlichkeitsrecht, das es zu verteidigen gelte, wir seien eben nicht »in China«. Die Pressefreiheit sieht er nicht bedroht, auch wenn hierzulande der Inlandsgeheimdienst da spitzelt, wo von Klasse die Rede ist. Der TV-Zuschauer lernt nebenbei einiges zu Verdachtsberichterstattung, Tatsachenbehauptung und Anknüpfungstatsachen. Und auch, dass es Anwälte gibt, die ganz gern Rockstars geworden wären. Wenn sie es nicht schon sind. Und die den hibbelig-aufgedrehten Benjamin von Stuckrad-Barre in ihrem Büro tolerieren, wenn er nur als Gastgeschenk eine Beatles-Scheibe mitbringt. (mme)

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