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Aus: Ausgabe vom 08.06.2024, Seite 2 / Ausland
Sankt Petersburg

Orientierung auf globalen Süden

Wirtschaftsforum: Putin sieht Ökonomie Russlands im Aufschwung
Von Reinhard Lauterbach
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Der russische Präsident Putin während des Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg am Freitag

Der russische Präsident Wladimir Putin hat auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg ein optimistisches Bild von der Wirtschaftslage seines Landes gezeichnet. Auf der Plenarsitzung der Veranstaltung sagte Putin am Freitag, Russland konkurriere mit der BRD und Japan um Rang vier der weltweiten Volkswirtschaften. Es sei sich aber bewusst, dass auf Rang fünf bereits mit Indonesien ein Land des globalen Südens folge. Trotz aller vom Westen aufgerichteten »künstlichen Hindernisse« sei Russland ein wichtiger Teil des Welthandels und wolle auf diesem Weg weitergehen – unter anderem durch die Einrichtung internationaler Transportkorridore, etwa von der Ostsee zum Persischen Golf oder über den »Nördlichen Seeweg« entlang der Nordküste Sibiriens.

Die starke Orientierung des Forums auf den globalen Süden zeigte sich auch anhand der Mehrheit der Teilnehmer im Plenarsaal. Putin hatte am Rande des Forums mit den Präsidenten von Simbabwe und Bolivien sowie der Chefin der »Neuen Entwicklungsbank« der BRICS-Staaten, der Brasilianerin Dilma Rousseff, gesprochen. Dabei hatte er russische Investitionen in den Bergbau beider Staaten angekündigt, in Bolivien insbesondere in die Gewinnung des Batterierohstoffs Lithium.

Putin verwies darauf, dass die Erwerbslosigkeit in Russland mit 2,6 Prozent heute auf dem niedrigsten Stand seit dem Systemwechsel vor 30 Jahren liege. Während es jahrzehntelang die größte Sorge der Russen gewesen sei, Arbeit zu finden und zu behalten, sei das größte Problem für die russische Volkswirtschaft heute der Mangel an Arbeitskräften auf allen Gebieten. Putin wiederholte in vielen Punkten Ankündigungen aus seiner Rede an die Nation von Ende Februar. Vor allem betonte er die Notwendigkeit, mehr Produkte mit sowohl militärischem als auch zivilem Nutzen herzustellen, damit die starke Ausweitung der militärischen Produktion nicht mit der Entwicklung der zivilen Volkswirtschaft konkurriere. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll der Anteil des Imports an der russischen Volkswirtschaft laut Putin auf 17 Prozent gedrückt werden, allerdings nicht durch »administrative Barrieren«, sondern durch die Entwicklung konkurrenzfähiger Produktionen im Inland.

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