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Aus: Ausgabe vom 10.05.2024, Seite 7 / Ausland
Moskau

»Wir lassen uns nicht drohen«

Zur Siegesparade verband Wladimir Putin den »Großen Vaterländischen Krieg« mit der heutigen »Spezialoperation« in der Ukraine
Von Reinhard Lauterbach
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Rituelle Veranstaltung: Mit sowjetischen Panzern feiert Russland den Sieg über Nazideutschland zum 79. Mal (Moskau, 9.5.2024)

Am 79. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs hat in Moskau die aus diesem Anlass traditionelle Militärparade stattgefunden. Sie war von den Ausmaßen her kleiner als in früheren Jahren, versammelte aber gleichwohl etwa 9.000 Soldaten zu Fuß, 70 Exemplare Militärtechnik und eine kleine Flugschau. Aus dem Ausland waren die Staats- oder Regierungschefs der ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens sowie Belarus, von Guinea-Bissau, Kuba und Laos gekommen. Die EU und die USA boykottierten den Gedenktag. Die wärmsten Worte aus der westlichen Welt kamen aus Israel. Seine Botschafterin in Russland sagte, ihr Land ehre das Erbe der 500.000 jüdischen Sowjetsoldaten und werde nie aufhören, den 9. Mai als Gedenktag zu begehen.

Präsident Wladimir Putin zog in seiner Rede Parallelen zwischen dem »Großen Vaterländischen Krieg« und der heutigen »Spezialoperation« in der Ukraine. Damals habe die Sowjetunion gegen den Faschismus gekämpft, heute Russland gegen den Neofaschismus. Putin versicherte, Russland werde alles tun, damit es nicht zu einer globalen Konfrontation komme, aber es lasse sich auch nicht drohen. Dem Westen warf er vor, in neokolonialer Manier die Geschichte zu fälschen und Hilfskräften Nazideutschlands Denkmäler zu widmen, während gleichzeitig das Andenken an die wahren Befreier Europas unterdrückt werde.

Die seit Jahren am 9. Mai veranstaltete Kundgebung des »Unsterblichen Regiments« wurde dieses Jahr ins Internet verlegt. Offiziell wurden dafür Sicherheitsargumente vorgebracht; nach Berichten einiger russischer Medien soll es aber auch Besorgnisse gegeben haben, Teilnehmer an der Veranstaltung könnten Porträts nicht ihrer im Zweiten Weltkrieg gefallenen Großväter, sondern ihrer aktuell in der Ukraine umgekommenen Angehörigen mitbringen.

In Kiew suchten trotz der offiziellen Verlegung des Gedenktags auf den 8. Mai auch in diesem Jahr zahlreiche Menschen die zentrale Gedenkstätte im »Park des Ruhmes« auf und legten an der ewigen Flamme Blumen nieder. Vereinzelt konfiszierte die Polizei bei Teilnehmenden sowjetische Accessoires und Uniformteile.

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