75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Mittwoch, 17. Juli 2024, Nr. 164
Die junge Welt wird von 2849 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Aus: Ausgabe vom 10.05.2024, Seite 2 / Kapital & Arbeit

China nicht mehr wichtigster Handelspartner der BRD

Berlin. China ist nicht mehr der wichtigste BRD-Handelspartner. Die USA überholten die Volksrepublik im ersten Quartal, wie Reuters-Berechnungen vom Donnerstag auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes ergaben. Demnach summierte sich das Handelsvolumen mit den USA von Januar bis März auf gut 63 Milliarden Euro. Der Warenaustausch mit China lag mit knapp 60 Milliarden Euro darunter. 2023 war die Volksrepublik mit einem Handelsvolumen von rund 253 Milliarden Euro das achte Jahr in Folge die Nummer eins geblieben – allerdings nur noch mit wenigen Hundert Millionen Euro Vorsprung vor den USA. (Reuters/jW)

  • Leserbrief von Wolfram Elsner aus Bremen (14. Mai 2024 um 15:51 Uhr)
    Was die kriegsgeilen Kindsgemüter der Oligarchenmedien jubeln lässt, die uns jeden Tag wie Kinder behandeln, ist eine klassische Nichtnachricht. So ein Quatsch sollte euch keinen Platz in der jW wert sein. Was ein Quartalswert (Quartal 1/24) besagt, »USA liegen jetzt im deutschen Außenhandel (knapp) vor China (hurra)!«, kann im nächsten Quartal schon wieder völlig anders aussehen. Die letzten Werte vom März liegen auch schon wieder anders.
    Aber eine besondere Verdummung liegt in der Summierung von Exporten und Importen. Deutschland exportierte allein im März in die USA für 14,3 Milliarden Euro (plus 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat), importierte für 7,6 Milliarden Euro (plus 2,7 Prozent). Es exportierte nach China für 8,3 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent) und importierte für 13,7 Milliarden Euro (plus 14,3 Prozent!). Merkt ihr was? Lest also demnächst erst selbst die Zahlen, bevor ihr eine Pseudomeldung der Konzernmedien übernehmt.
    Deutschland ist also Exportnation gegenüber den USA und aktuell verschärfte Importnation gegenüber China. Diese Minimalstruktur sich anzusehen, wäre das Mindeste.
    Auf der Basis könnte man anfangen, nachzudenken und zu diskutieren. Aber selbst diese simplen Fakten sind für die aktuellen Entwicklungen in der Welt unerheblich, in der z. B. die deutsche Industrie ihr chinesisches Standbein soeben völlig verselbständigt, um sich unabhängig zu machen vom westlichen Sanktions- und Fragmentierungs-Amok. Um sowas gehts, nicht um die verzweifelten Jubelschreie des herrschenden medialen Kindergartens.

Mehr aus: Kapital & Arbeit