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Aus: Ausgabe vom 07.05.2024, Seite 12 / Thema
Geschichte Vietnams

Die größte Schlacht

Vom Kriegsschauplatz zum Gedenkort und Touristenmagnet. Dien Bien Phu vor 70 Jahren und heute
Von Hellmut Kapfenberger
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In Erwartung der kommenden Konfrontation. Frauen und Kinder auf der Hochebene von Dien Bien Phu, Dezember 1953

In der Sozialistischen Republik Vietnam wird schon seit Anfang März in vielfältiger Weise des Sieges in der Schlacht von Dien Bien Phu am 7. Mai 1954 gedacht. Nicht nur am Schauplatz jenes dramatischen Geschehens nahe der Grenze zu Laos, sondern auch an vielen anderen Orten des gebirgigen vietnamesischen Nordwestens, die seinerzeit als Hinterland eine wichtige Rolle beim Sieg über ein kampfstarkes französisches Expeditionskorps spielten, wie überhaupt im ganzen Land lebt die Erinnerung daran, dass vor 70 Jahren die 1945 errungene, von Frankreich sofort in Frage gestellte Unabhängigkeit der einstigen indochinesischen Kolonie unter großen Opfern bewahrt werden konnte.

Nach 55 Tagen und Nächten schwerer, für beide Seiten verlustreicher Kämpfe mit Artilleriekanonaden, Bombenangriffen und erbitterten Gefechten am Boden, schwiegen an jenem Tag Anfang Mai auf der Hochebene der Gebirgsprovinz Lai Chau die Waffen. Der extrem dünn besiedelte Landstrich etwa 200 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Hanoi mit dem kleinen Ort Dien Bien Phu als Zentrum war von Granaten und Bomben umgepflügt, mit Leichen bedeckt, von Kriegsschrott aus Stahl und Beton übersät. Ruhe lag nun über dem Ort wochenlangen Gemetzels. An drei Seiten von schroffen, dicht bewachsenen Bergen gerahmt, nur zur nördlichsten laotischen Provinz Phongsali hin halbwegs problemlos zugänglich, war das Terrain zum Schauplatz der entscheidenden und schwersten Schlacht zwischen dem französischen Expeditionskorps und der vietnamesischen Volksarmee geworden. Ihr Ausgang markierte das Ende des französischen Rückeroberungsfeldzugs.

70 Jahre später ist Dien Bien Phu ein Touristenmagnet. Heute kommen jährlich Hunderttausende einheimische und ausländische Besucher, im vorigen Jahr waren es schon fast eine Million, auch hochbetagte vietnamesische und französische Kriegsveteranen. Die stetig wachsende Stadt Dien Bien Phu ist zum Hauptort der seit 2003 bestehenden wirtschaftlich prosperierenden Provinz Dien Bien geworden. Deren nunmehr rund 630.000 Einwohner setzen sich zu mehr als 80 Prozent aus Thai, Hmong (Meo), Dao und 16 weiteren ethnischen Minderheiten zusammen und siedeln auf einer Fläche von rund 8.500 Quadratkilometern.

Frankreichs Festung

Frankreichs Präsident Charles de Gaulle hatte Ende 1946 mit logistischer Unterstützung Großbritanniens ein von den USA ausgerüstetes Expeditionskorps formiert und in Marsch gesetzt. Die Militäroperation erfolgte in der Absicht, die 1945 verlorene, im Gefolge der siegreichen Augustrevolution zur Demokratischen Republik Vietnam (DRV) gewordene indochinesische Kolonialdomäne zurückzuerobern. Allmählich tief in das Land vorgestoßen, geriet die auch aus afrikanischen Kolonialtruppen und etlichen deutschen Fremdenlegionären bestehende Streitmacht nach einigen Jahren in eine äußerst prekäre Lage. Den jungen, von der Bevölkerung tatkräftig unterstützten und stetig erstarkenden Streitkräften der DRV gelang es im Laufe der Zeit trotz deutlicher materieller Unterlegenheit mehr und mehr, den Eindringlingen Kämpfe aufzuzwingen und Niederlagen zu bereiten. Immer größere Teile des Landes von den Küstenebenen bis in die Tiefen des nördlichen Hochgebirges an der Grenze zu China und nahe der Grenze zu Laos konnten sie freikämpfen. Auch große Gebiete des angrenzenden laotischen Nordens gingen für die Aggressoren verloren. Das am Ende fast gänzlich von den USA finanzierte Vorhaben einer neokolonialen Rückeroberung drohte zu scheitern. In dieser für Frankreich bedrohlichen Lage rückte Dien Bien Phu ins Zentrum, gelegen in einer Region allerdings, die für die Eindringlinge auf dem Landweg nur noch von Laos aus erreichbar war.

Die Gegend mit einem Anfang der 1940er Jahre von den Japanern nach der Eroberung Indochinas angelegten kleinen Feldflugplatz war bis dahin vom Krieg unberührt geblieben. Gemäß strategischer Überlegungen auf beiden Seiten sollte dieses Terrain mit einer Ausdehnung von etwa 20 mal acht Kilometern – erst seit November 1953 mit der Landung von Fallschirmjägern in französischer Hand – nun zum Austragungsort einer möglichst entscheidenden militärischen Auseinandersetzung werden. Aus französischer Sicht gab es für den Plan, Vietnams Truppen einen vernichtenden Schlag zu versetzen, in den wenigen noch selbst kontrollierten Gebirgsgebieten keinen besser geeigneten Ort mehr. Zudem meinte man, so die Kontrolle zunächst über Vietnams Nordwesten und den laotischen Norden zurückgewinnen zu können, um darauf aufbauend allmählich wieder in die Offensive zu gelangen. Das Kommando des Expeditionskorps und hochrangige US-amerikanische Berater im noch okkupierten Hanoi entschieden, im Raum Dien Bien Phu mit demonstrativer Offenheit eine waffenstarrende Stützpunktfestung zu errichten und die Vorbereitung einer Offensive vorzutäuschen. Das Kalkül war, wie später aktenkundig wurde, Vietnams Armeeoberkommando unter General Vo Nguyen Giap zur Verlegung der Hauptkräfte der Volksarmee in dieses Gebiet zu verleiten. In der nur schwer zugänglichen, wilden, teils von undurchdringlicher Vegetation überwucherten Gebirgswelt, die kaum Manövriermöglichkeiten bot, wollte man sie mit konzentriertem Artilleriefeuer und massiven Luftschlägen zermalmen, davon überzeugt, an diesem Ort die weitaus besseren Karten zu besitzen.

Über eine Luftbrücke, wie sie Indochina noch nie erlebt hatte, wurden ab Dezember 1953 gewaltige Mengen Baumaterial und -gerät, schwere Waffen und Tausende Soldaten herangeschafft. Auf der Hochebene entstand der größte Stützpunktkomplex in Indochina mit zwei leistungsstarken Feldflugplätzen. Die französischen Militärs und amerikanische Berater schätzten ihn als uneinnehmbar ein. Ende März waren in den mit Bunkern gespickten, von Grabensystemen durchzogenen, mit Minenfeldern und kilometerlang mit Stacheldraht gesicherten drei inneren Sektoren und in den stark befestigten Außenforts auf umliegenden Bergen 17 Infanterie- und drei Artilleriebataillone, Pioniertruppen, Panzereinheiten, Kampf-, Transport- und Aufklärungsflugzeuge konzentriert. Das Expeditionskorps hatte rund 20.000 Mann seiner schlagkräftigsten Einheiten zusammengezogen. Sein Chef General Henri Navarre tönte: »Nur in Dien Bien Phu und nirgendwo sonst werden wir den Sieg erringen.« Bei einer Blitzvisite vor Ort zeigte sich der Oberkommandierende der US-Streitkräfte im pazifischen Raum, General John O’Daniel, hinsichtlich der Perspektiven der geplanten Schlacht »enthusiastisch«. US-Vizepräsident Richard Nixon und Außenminister John Foster Dulles kreuzten in Hanoi auf. Im Golf von Bac Bo (Tonkin) gingen auf der Höhe der Hafenstadt Haiphong zwei Flugzeugträger vor Anker.

Verborgene Vorbereitungen

Vietnams politische und militärische Führung um Präsident Ho Chi Minh und General Vo Nguyen Giap im Widerstandszentrum Viet Bac im Zentrum des gebirgigen Nordens hatte ebenfalls im Dezember entschieden, im Raum Dien Bien Phu eine »Schlacht von strategischer Bedeutung« vorzubereiten. Dem Entschluss zur Eliminierung des Stützpunktes waren gründliche Erwägungen darüber vorausgegangen, ob ein solch beispielloses, äußerst wagemutiges und risikoreiches Vorhaben gelingen könne. Trotz Luftaufklärung bemerkte die französische Seite nicht, dass noch im Dezember unter meisterhafter Tarnung und vom dichten Gebirgswald verborgen die ersten Einheiten der Volksarmee anrückten. Auch beginnende Arbeiten an überwucherten Berghängen blieben unentdeckt. Vom Gegner lange unbemerkt, wurde ab Januar mit zwei Infanteriedivisionen, zwei Infanterieregimentern und vier Artillerieabteilungen, unterstützt von je einem Flak- und Pionierregiment, ein eiserner Ring um das riesige Areal des Stützpunktes gelegt. Mit Muskelkraft hochgezogene, in sorgsam getarnten ausgehobenen Bergnischen positionierte Haubitzen standen einsatzbereit. Meist in wochenlangen Fußmärschen hatten die vietnamesischen Einheiten Hunderte Kilometer durch die Gebirgswelt zurückzulegen. Auf schwierigsten Transportwegen konnte der rückwärtige Dienst nur sehr begrenzt und in weiter Entfernung Lastwagen einsetzen. Deshalb hatten schier endlose Trägerkolonnen, meist junge Freiwillige aus den Reihen der im Gebirge siedelnden ethnischen Minderheiten im Vorfeld und dann auch während der Schlacht Tausende Tonnen Munition, Proviant, Verbandsmaterial und anderen Nachschub mit mehr als 10.000 Lastenfahrrädern, Booten und Flößen, auf Pferderücken und den eigenen Schultern in das Umfeld des Stützpunktes gebracht.

Angriff und Kapitulation

Mit einem völlig überraschenden Artillerieschlag auf das wichtigste Bergfort und die Flugplätze begann am Morgen des 13. März der Angriff. Ende März boten die USA, wie bekannt wurde, den Franzosen den Einsatz strategischer B-29-Bomber an, nahm ein Operationsstab der US Air Force in Hanoi die Arbeit auf, wurden Zielrouten markiert. Diesen Einsatz aber verhinderte internationaler Protest. Trotz heftiger Gegenwehr und intensiver Luftangriffe auch mit Napalmbomben drangen die vietnamesischen Truppen bis Mitte April teils in erbittertem Nahkampf tief in die Anlage bis zum zentralen Flugplatz vor, über den der Stützpunkt aus der Luft versorgt wurde. In dieser Situation bot Dulles seinem Amtskollegen Georges Bidault, wie erst später bekannt wurde, zwei Atombomben an, die sich schon an Bord der Flugzeugträger befanden. Deren Einsatz aber wagte Paris nicht.

Am 1. Mai trat die Volksarmee zum finalen Sturm an, am 7. Mai fiel der Führungsbunker. Dien Bien Phu kapitulierte. Der kurz vor Ultimo noch zum Brigadegeneral beförderte Stützpunktkommandant Oberst Christian Marie Fernand Comte de La Croix de Castries geriet in Kriegsgefangenschaft, wurde aber schon im September 1954 freigelassen. Obgleich einzelne französische Einheiten offenbar mangels Information nach dem 7. Mai noch eine Weile in einigen Gegenden kämpften, war dem Corps Éxpeditionnaire Français en Extrême-Orient das Genick gebrochen. Es verlor in Dien Bien Phu rund 9.800 Mann, etwa 1.600 Mann, vorwiegend Nordafrikaner, waren desertiert. Sechs Bataillone der Fremdenlegion, zu 80 Prozent aus Deutschen bestehend, existierten nicht mehr. Auf 10.300 Mann warteten weit entfernte Gefangenenlager. Die Verluste der Volksarmee wurden offiziell nicht beziffert; westliche Quellen sprechen von wahrscheinlich etwa 20.000 Mann.

Würdevolle Erinnerung

70 Jahre sind seither vergangen. Gäbe es nicht würdevolle Erinnerungsstätten auf dem weitläufigen Areal, kaum etwas würde dort auf jene Zeit aufmerksam machen. Die der Landschaft zugefügten Wunden sind längst verheilt, Narben sind geblieben. Die Erinnerung an das Geschehen in der ersten Hälfte der 1950er Jahre des vorigen Jahrhunderts wird in vielerlei Gestalt wachgehalten. Allein in der Provinz sind der Schlacht 33 Gedenkstätten gewidmet. Den Siegern wurde ein monumentales Denkmal gesetzt. Als zentralen Gedenkort gibt es seit 1984 in der Provinzstadt das Museum des Sieges von Dien Bien Phu. Statuen im »Zeremoniensaal« von Präsident Ho Chi Minh und General Vo Nguyen Giap sollen daran erinnern, wie beide im Januar 1954 über die Vorbereitungen für den Waffengang berieten. Im Innenraum vermittelt das gigantische Panoramagemälde »Der Krieg« mit 4.500 dargestellten Akteuren – das Werk von 100 Malern – einen überwältigenden Eindruck von der »Dien-Bien-Phu-Offensive«. Auf großer Fläche werden auch Szenen der Schlacht im Modell nachgebildet. Hunderte Exponate und Fotos zu thematischen Schwerpunkten werden präsentiert. Uniformen und Ausrüstungen der französischen Truppen sind ebenso zu sehen wie beispielsweise Exemplare der legendären Lastenfahrräder. Dokumentarfilme vermitteln einen bewegenden Eindruck von jenen 55 Tagen. Auf dem Freigelände des Museums werden neben leichten Waffen auch Geschütze, Panzer und anderes Kriegsgerät zur Schau gestellt. Erdarbeiten auf dem Terrain fördern immer wieder neue »Museumsstücke« zutage, so geschehen vor zwei Jahren beim Flughafenbau.

An vielen Stellen der Hochebene sind Spuren und Relikte der Schlacht zu besichtigen, so Laufgräben, Stacheldrahtverhaue und andere Verteidigungsanlagen, auch der komfortable Bunker von de Castries. Auf dem »Hügel F«, Ort eines der schwer befestigten Außenforts des äußeren Verteidigungsrings, wurde 2022 im Beisein von Staatspräsident Nguyen Xuan Phuc ein den Gefallenen gewidmeter Tempel eingeweiht. Letzte Ruhestätte gefallener Angehöriger der Volksarmee sind seit 1960 zwei Ehrenfriedhöfe. Deren größten, den Nationalfriedhof A1, trägt der einstige »Hügel A1«, Ort eines mächtigen Bergforts etwa 500 Meter westlich des zentralen Kommandobunkers. Der erbitterte Kampf um diesen strategisch besonders wichtigen Außenposten dauerte mehr als einen Monat und kostete mehr als 2.000 vietnamesischen Soldaten das Leben. In zweiwöchiger harter Arbeit hatten Soldaten unbemerkt einen rund 50 Meter langen Tunnel in den Berg graben können, ihn mit Sprengstoff gefüllt und so den darüberliegenden Kommandobunker in die Luft gejagt. Dabei wurde eine Kompanie eliminiert, bevor deren Angriff beginnen konnte. Vom Gipfel des Berges, über eine Treppe zu erreichen, blickt man auf den Bunker von de Castries, einen der Flugplätze und einen Teil des Schützengrabennetzes.

Nach einer – höchste Konzentration erfordernden – Autofahrt auf einer mit Nadelkurven gespickten Gebirgsstrecke gelangen Besucher zum Befehlszentrum des vietnamesischen Oberkommandos in der Gemeinde Muong Phang rund 30 Kilometer östlich der Provinzstadt. Etwa 1.000 Meter über Normalnull gelegen und von Urwald umgeben befinden sich im Originalzustand erhaltene Führungsbunker, ein Wachgebäude und der Wachturm, der Versammlungsraum und andere Baulichkeiten. Einheimische nennen den umgebenden Urwald »Wald des Generals«, General Vo Nguyen Giap den »Dorfvorsteher« und seinen Bunker »Haus des Dorfvorstehers Giap«. Von diesem Bunker aus, den General Giap mit seinem Stabschef General Hoang Van Thai teilte, ist ein Berggipfel zu erreichen, von dem aus die Stadt Dien Bien Phu, die Hochebene und das gesamte einstige Stützpunktareal mit seinen Bergforts auszumachen sind. Dort gedachten viele Bewohner der Region des als Volksheld verehrten, am 4. Oktober 2013 im Alter von 102 Jahren verstorbenen Sohns eines bäuerlichen Dorflehrers.

Die Gedenkstätte »Wald im Dorf Nhot« mit einem General Giap gewidmeten recht schlichten Tempel in ihrem Zentrum wurde im Dezember 2021 im Kreis Phu Yen in der Nachbarprovinz Son La im Beisein vieler Bewohner der Gegend eingeweiht und gilt offiziell als »historisches Erbe auf Provinzebene«. Zu beiden Seiten des Altars in der Tempelmitte wird der gefallenen Offiziere und Soldaten gedacht. Die Anlage auf einer Fläche von 8.000 Quadratmetern, gelegen in einem Naturschutzgebiet, befindet sich auf dem Weg vom mehrere hundert Kilometer entfernten Widerstandszentrum im Viet Bac nach Dien Bien Phu. Auf unbefestigter Piste war das Gros der in Marsch gesetzten Einheiten der Volksarmee mit den Kommandeuren um General Giap an den Ort der Schlacht gelangt. Der Wald am Dorf Nhot war ein Rastplatz. Vom damaligen französischen Verteidigungsminister Jacques Chirac unterstützt, gibt es in Dien Bien Phu auf Initiative eines ehemaligen französischen Fremdenlegionärs bereits seit den 1950er Jahren auch ein französisches Kriegerdenkmal.

Ein millitärischer Anführer

Die Schlacht wurde zum Thema vieler Dokumentarfilme. Einer stammt von einem sowjetisch-vietnamesischen Filmteam um den berühmt gewordenen Regisseur und Kameramann Roman Karmen, der schon kurz nach Kriegsende mit vor Ort teils von ihm selbst gedrehtem Material, aber auch nachgestellten Szenen entstand. Pierre Schœndœrffer, als französischer Armeekameraman in Dien Bien Phu in Gefangenschaft geraten, schuf den Film »Die Schlacht von Dien Bien Phu«, angekündigt als »ein Kriegsfilm, wie es noch keinen gab«, als »einen der aufwendigsten Kriegsfilme, die je gedreht wurden«. Auf DVD liegt der Film unter dem Titel »Die Hölle von Dien Bien Phu« vor. Bereits 1955 hatte der US-amerikanische Regisseur David Butler seinen Film »Jump into Hell« gedreht.

Dien Bien Phu und Vo Nguyen Giap, Ort und Person sind untrennbar miteinander verbunden. Nach der Schlacht Verteidigungsminister der damaligen Demokratischen Republik Vietnam geworden, hatte er, inzwischen Armeegeneral, dieses Amt dann bis 1980 in der 1976 proklamierten Sozialistische Republik Vietnam inne. Ihm wurde international höchste Anerkennung zuteil. General William Westmoreland, ab 1965 Befehlshaber der US-Truppen in Südvietnam, bescheinigte ihm alle Eigenschaften eines hervorragenden militärischen Führers. Der britische General Peter McDonald schätzte in einem Buch über Giap ein, es sei schwer, andere Generäle mit ihm zu vergleichen.

Hellmut Kapfenberger war zwischen 1970 und 1973 für den Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN), der Nachrichtenagentur der DDR, und für Neues Deutschland Korrespondent in Hanoi. Er ist Autor des Buchs »Vietnam 1972. Ein Land unter Bomben. Mit Notizbuch und Kamera im Norden unterwegs«, das im vergangenen Jahr im Verlag Wiljo Heinen erschien.

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