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Aus: Ausgabe vom 04.05.2024, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Quinoa-Gemüse-Bowl

Von Maxi Wunder

»Udo, du kannst das Transparent ›Von der Memel bis zum Rhein – free Palestine‹ wieder abmachen vom Balkon!« befiehlt Roswitha. Udos großzügige, aber unrealistische Forderung zur Befriedung des Nahostkonflikts im Sinne einer Zweistaatenlösung scheinen ihr zu abgehoben. »Überlass das mal den New Yorker Studenten.«

Die 1754 gegründete Columbia University ist eine Institution von weltweitem Renommee und eine der führenden Bildungseinrichtungen der Vereinigten Staaten. Seit 1945 steigen die Studierendenzahlen, Forschung und Lehrangebot expandieren. Mit den 1960er Jahren begann eine Ära des sozialen und politischen Wandels an der Bildungseinrichtung. Studierende und Fakultätsmitglieder engagierten sich in den Bürgerrechtsbewegungen und im Kampf gegen den Vietnamkrieg. Der Campus wurde zum Schauplatz von Demonstrationen, die Uni zu einem Symbol des studentischen Aktivismus.

Ein Wendepunkt in der Geschichte der Columbia University war das Jahr 1968, als der Campus von heftigen Protesten erschüttert wurde. Die Studierenden forderten eine größere studentische Mitsprache in den Entscheidungsprozessen der Universität sowie eine stärkere Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit und Vielfalt. Die Besetzung von Universitätsgebäuden und die darauffolgende Eskalation führten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und einer tiefen Spaltung innerhalb der Universitätsgemeinschaft.

So stehen die aktuellen Ereignisse an der Columbia University in einer soliden Tradition und werden sich auf die westliche Welt ausweiten. Womit die Studierenden sich kulinarisch stärken können, wenn sie nicht gerade suspendiert oder von der Polizei gewaltsam abgeräumt werden, zeigt ein Blick auf die diversen Menus (sprich »männjus«) der über Manhattan verteilten, den Studenten zugänglichen »Dining Halls«. Hier etwas aus der »Vegan station«:

Quinoa-Gemüse-Bowl

Eine Tasse Quinoa unter fließendem Wasser abspülen, um Bitterstoffe zu entfernen. Quinoa in einen Topf geben und in zwei Tassen Wasser zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren, den Topf abdecken und die Quinoa etwa 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, bis sie weich ist und das Wasser aufgenommen hat. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Zwei rote Paprikaschoten, eine Zucchini, eine Aubergine und eine rote Zwiebel in mundgerechte Stücke schneiden. Zwei Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Das Gemüse auf einem Backblech auslegen, den Knoblauch darüber streuen, mit Olivenöl beträufeln und mit Kreuzkümmel, Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen. Im vorgeheizten Ofen etwa 20 bis 25 Minuten rösten, bis das Gemüse weich und leicht gebräunt ist. Gelegentlich wenden. Für das Dressing in einer Schale drei EL Olivenöl, den Saft einer Zitrone, einen TL Dijon-Senf, einen TL Ahornsirup oder Agavendicksaft, Salz und Pfeffer verquirlen. In einer großen Schüssel die gekochte und abgekühlte Quinoa mit dem gerösteten Gemüse vermengen. Das Dressing darüber gießen und alles gut vermischen. Den Quinoasalat auf Serviertellern anrichten und mit frischer Petersilie garnieren.

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