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Aus: Ausgabe vom 24.04.2024, Seite 16 / Sport

Das Geistertor

Von André Dahlmeyer
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Einen wunderschönen guten Morgen! Am Sonntag kam es in La Liga zum immer noch wichtigsten Fußballspiel Europas, dem Clásico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Für die Katalanen ging es um alles. Bei danach noch sechs anstehenden Punktspielen konnten sie den Rückstand auf die Merengues mit einem Sieg im Bernabéu von acht auf fünf Punkte verkürzen und die Meisterschaft der Stiertöter noch einmal spannend machen. Es ließ sich auch alles gut an. Schon nach sechs Minuten düpierte der Däne Andreas Christensen nach einer Ecke sowohl Toni Kroos als auch den ukrainischen Nationaltorhüter und U-20-Weltmeister Andrij Lunin mit einem Kopfball im Fünfmeterraum und brachte die Culés mit Einsnull in Führung. Wenig später spazierte Außenverteidiger Lucas Vázquez durch den Sanktionsraum der Blaugrana und wurde von dem 17jährigen Pau Cubarsí gefällt. Vinicius tauschte den fälligen Strafstoß in den Ausgleich um. Rechts unten, Marc-André ter Stegen war beinahe noch dran.

Keine halbe Stunde gekickt, es stand noch immer 1:1, da geschah es: ein verdammtes Geistertor. Barças 16jähriger Rechtsaußen Lamine Yamal hatte die Kugel nach einer Ecke traumhaft angenommen, und Lunin konnte das Ballgerät nur noch illegal von hinter der Linie herausfischen. Selbst im TV sah man eindeutig, dass der Ball die Linie in vollem Umfang überschritten hatte. Der VAR sah das anders, gab sich auf beiden bzw. vielen Augen blind, und Referee César Soto Grado gab den legal erzielten Treffer nicht.

Barça ging dann noch mal in Führung, Real glich aus, und in der Nachspielzeit war es wie im Hinspiel im Camp Nou Jude Bellingham aus den West Midlands vorbehalten, den Siegtreffer einzubüchsen. Auch damals, Ende Oktober, am elften Spieltag, hatte Barça ursprünglich (durch Gündoğan) geführt. Nach dem verkackten Schlagerspiel explodierte der deutsche Nationaltormann ter Stegen aufgrund der fehlenden Torlinientechnik im spanischen Balltreten: »Es ist eine Schande für den Fußball. Andere Ligen haben es. Es wird in dieser Welt soviel Geld bewegt, und es gibt kein Geld für das, was wichtig ist.«

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