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Aus: Ausgabe vom 16.04.2024, Seite 16 / Sport
Tennis

Showdown in Monte Carlo

Von Jan Decker
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Stefanos Tsitsipas in der Offensive

Dieses Turnier scheint ihm einfach zu liegen. Zweimal hatte Stefanos Tsitsipas das ATP-Masters-1000 in Monte Carlo bereits gewonnen, am vergangenen Sonntag gelang ihm der Turniersieg zum dritten Mal. Und das auch noch beeindruckend klar: Beim 6:4, 6:1 gegen Casper Ruud kam er auf dem Sand unter der monegassischen Sonne kein einziges Mal wirklich ins Schwitzen, obwohl sein Gegner Ruud in einem starken Turnier im Halbfinale sogar den Weltranglistenersten Novak Đoković bezwungen hatte. Was aber fehlte am Finaltag?

Es fehlte der fehlende Respekt vor diesem auf Sand so variablen Griechen, der auf dem roten Belag gefühlvolle Stoppbälle, Netzangriffe und schnurgerade Grundlinienschläge munter einstreut, während er auf dem Hartplatz immer etwas verkrampft wirkt. Mit dieser kindlichen Sandkastenfreude übte Tsitsipas eine Dominanz aus, die den ersten Satz zu einer so eindeutigen Sache werden ließ. Casper Ruud hielt sich oft nur mit Mondbällen im Spiel, die der sehnige Stefanos dann gern zum Punktgewinn abschoss. Der Norweger suchte zwischen den Ballwechseln verzweifelt den Kontakt zu seiner Trainerbank, stand letztlich aber allein da. Bis er im zweiten Satz dann doch etwas mehr Widerstand leistete.

Dazu reicht es im Tennis oft aus, dem Gegner ein anderes Bild zu bieten: ein anderer Aufschlagwinkel etwa oder andere Schlagkombinationen. Ruud tat genau das und kam bis zum 3:3. Bis der Grieche das Rätsel löste und wieder variantenreich über Ruud hinwegrollte. Es war das Duell zweier Spieler, die auf dem Papier vieles gemeinsam haben – beide 25 Jahre alt, beide von ehrgeizigen Vätern trainiert, beide in der Weltrangliste nicht weit voneinander entfernt, Matchbilanz gegeneinander nach diesem Finale 2:2. Allerdings diesmal kein Duell auf Augenhöhe. Casper Ruud muss wohl dringend an seiner Finalbilanz arbeiten: 10:11 insgesamt, aber alle wichtigen Endspiele gingen verloren. Man erinnere sich nur an seine drei Niederlagen in drei Grand-Slam-Endspielen innerhalb der letzten zwei Jahre. Alle zehn Titel des Norwegers sind 250er. Dagegen hat Stefanos Tsitsipas der Tenniswelt in diesem gelungenen Showdown in Monte Carlo gezeigt, dass nach zwischenzeitlicher Krise mit ihm wieder zu rechnen ist. Auch als Mitfavorit bei den French Open.

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