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Aus: Ausgabe vom 10.04.2024, Seite 10 / Feuilleton

Stappenbeck, Tonke, Ortmann

Von Jegor Jublimov
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Das Schwere und das Leichte: Stefanie Stappenbeck (M.) im »Tatort«

Mit 14 schon in einem Werk zu spielen, das heute als »Kultfilm« gehandelt wird, kommt nicht alle Tage vor. Stefanie Stappenbeck hat es geschafft, als sie 1988 die Anette in der Friedrich- Wolf-Verfilmung »Die Weihnachtsgans Auguste« spielte. Kurz darauf holte sie Regisseur Jörg Foth für den Umweltschutzfilm »Biologie!« erneut vor die Defa-Kameras. Ohne Schauspielunterricht, jedoch mit viel Talent setzte sie sich bald als Bühnendarstellerin in Berlin und Hamburg durch. Bis heute hat sie aber vor allem in Filmen gespielt, darunter in Til Schweigers Komödien und zahllosen TV-Krimis, von »Polizeiruf 110« (hier auch als Kommissarin), »Tatort«, »Stahlnetz« bis zu »Ein starkes Team«, wo sie seit 2016 an der Seite von Florian Martens ermittelt. Für ihre Rolle in Margarethe von Trottas Alkoholikerdrama »Dunkle Tage« erhielt sie um die Jahrtausendwende eine Goldene Kamera. Eine Rolle mit ähnlichem Gewicht wünschen wir ihr zum 50. Geburtstag, den sie am Donnerstag begeht!

Nur drei Tage jünger ist Laura Tonke, ebenfalls Berlinerin. Ich habe noch das Bild vor Augen, als sie nach der Premiere ihres Debütfilms »Ostkreuz« allein vorm Kino Babylon stand, weil alle Kollegen, auch Regisseur Michael Klier, dachten, sie wäre schon längst bei der Premierenfeier. Glücklicherweise wusste ich, wo die stattfand. Damals war sie 17 und studierte bald darauf Theaterwissenschaften. Auch sie hat in vielen Filmen gespielt, so unter der Regie von Tom Tykwer, Sönke Wortmann, Rudolf Thome, RP Kahl und Sonja Heiss, für deren Film »Hedi Schneider steckt fest« sie 2016 den Preis der deutschen Filmkritik gewann.

Doppelt so alt wäre am 10. April der Schauspieler Wilfried Ortmann geworden, der 1924 in der Altmark zur Welt kam und kurz vor seinem 70. Geburtstag in Berlin starb. Von Magdeburg aus ging es nach kurzen Zwischenstationen bereits 1951 nach Berlin, wo er ab 1954 für 40 Jahre dem Ensemble der Volksbühne unter Intendanten wie Fritz Wisten und Benno Besson angehörte. Frank Castorf gab ihm dann 1992 die Traumrolle des König Lear.

Vor der Kamera debütierte Ortmann bereits 1953 mit der Hauptrolle des erfolglosen sozialistischen Liebesfilms »Das kleine und das große Glück« neben Susanne Düllmann. Markant bald darauf sein Optikschmuggler in dem Defa-Krimi »Ware für Katalonien« (1958/59), der an einen wahren Fall angelehnt war. Allein im DFF spielte Ortmann über 60 Rollen, darunter in Reihen, die heute leider nicht mehr wiederholt werden, wie »Fernsehpitaval« oder »Kriminalfälle ohne Beispiel«, aber auch beim »Unsichtbaren Visier« und in »Sachsens Glanz und Preußens Gloria« mischte er mit. Seine letzte TV-Serie »Mit List und Krücke«, in der er mit Gisela May ein Seniorenpaar spielte, entstand noch im DFF und wurde 1992 von der ARD ausgestrahlt. Seit 1947 war Ortmann mit der als Fernsehansagerin wie als Schauspielerin beliebten Margot Ebert verheiratet, mit der er gelegentlich auch vor der Kamera stand, etwa 1963 in »Der Pantoffelheld«.

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