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Zwischen den fernen Vierteln

Von Andreas Gläser
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Tim Häußler von TuS Makkabi erzielt gegen den SV Sparta Lichtenberg das Tor zum 1:1 (Berlin, 3.6.2023)

Palmsonntag im verregneten Spreeathen. Ich fuhr mit dem Rad zum Landespokal-Achtelfinalspiel zwischen Sparta Lichtenberg und dem Frohnauer SC. Der Dritte der fünftklassigen Oberliga Nord empfing den Siebten der sechstklassigen Berlin-Liga. Paul Kalkbrenner traf Reinhard Mey. Give me the beat! Jeder Berliner Verein weiß mindestens einen Promi hinter sich. Ich also hin, auf halber Strecke schon ziemlich durchnässt, denn da ich mich mit Freund Martin verabredet hatte, fiel es aus, am Montag aus der Fachpresse abzuschreiben. Ach ja. Wenn das Firmament stundenlang tropft, bleibt der Mensch eigentlich zu Hause, und wenn die Sonne lacht, spaziert er ziellos umher. Die Favoritenrolle kam Sparta zu, auch weil man in der Vorsaison ins Finale gelangte, wo man leider an TuS Makkabi scheiterte. Sparta wurde sogar Berliner Meister und schaffte erstmals den Sprung in eine überregionale Fußballiga. Am Vereinsheim wähnte ich mich ruckzuck in die Welt der Exfußballer involviert, von denen in Marco Bertrams Sparta-Fibel die Rede ist, derer es nur noch wenige Exemplare gibt, da der Culturcon-Verlag im vergangenen Jahr pleite ging. Es hörte auf zu regnen und wurde immer familiärer. Zu essen gab es Rehrücken mit Rotweinsoße, allerdings in einem fernen Viertel. An der Fischerstraße wurde das Klassenbewusstsein mit Bratwurst gefestigt. Sparta Lichtenberg, 1911 gegründet, ist ein traditioneller Verein der Arbeitersportbewegung, der über alle Jahrzehnte und Systeme fortbestand, abgesehen von der Zwangsumbenennung in Empor zwischen 1933 und 45. Sparta schien zu DDR-Zeiten eigentlich dafür prädestiniert zu sein, mindestens in die zweite Liga lanciert zu werden. Doch es hieß: Breitensport statt Massenspektakel. Auch die Gäste vom 1946 gegründeten FSC haben wie so viele kleine Vereine eine bewegte Geschichte hinter sich, auf den vereinseigenen Internetseiten erfährt man aber nicht viel. Etwa 300 Zuschauer hatten sich rund um das gefährliche Kunstrasenareal eingefunden. Die Tore zum 3:0-Pausenstand wurden in der 6., 37. und 45. Minute erzielt. Danach traf Sparta noch mindestens dreimal das Aluminium. Die oftmals hochgeschossenen Spieler aus der Vorstadt kämpften tapfer um einen Treffer, doch viel lief bei ihnen nicht zusammen. Im Vereinsheim wäre ich mit dem berühmten Nadelsammler und anderen Kumpels gerne total versackt, doch wir sind so vernünftig geworden. Weitere Ergebnisse: BAK gegen Makkabi 0:3, Meteor gegen Viktoria 89 0:4 und Hertha Zehlendorf gegen Lichtenberg 47 1:2.

Termine: Halbfinale, 1. Mai. Finale, 25. Mai.

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