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Aus: Ausgabe vom 09.03.2024, Seite 8 / Ansichten

Armer Mann des Tages: René Benko

Von Alexander Reich
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René Benko ist zahlungsunfähig. Davon hat er das Landgericht Innsbruck überzeugen können. Die Richter haben nach eingehender Prüfung von Benkos Selbstauskünften am Freitag ein Insolvenzverfahren eröffnet. Bei dem wird nun, wie es so schön heißt, »das gesamte Privatvermögen« des Immobilienspekulanten zur Tilgung seiner Außenstände herangezogen werden.

Im vergangenen Jahr wurde Benkos Vermögen vom Forbes-Magazin auf sechs Milliarden Euro geschätzt. Davon sind offiziell keine zwei Millionen übrig, die Österreichs Finanzbehörden als Steuerschulden fällig gestellt haben. Wie könnten sie dem nackten Mann in die Taschen greifen?

Wer jetzt meint, dem Gründer des Signa-Imperiums bald in der Schlange vor der Wohlfahrt begegnen zu können, ist gleichwohl auf dem falschen Dampfer. Seine prachtvolle Villa in Innsbruck gehört ihm nämlich genausowenig wie sein weiträumiges Chalet in einem Nobelskiort am Arlberg oder sein Privatjet. Das alles steht im Eigentum von Privatstiftungen, auf die der Konkursverwalter keinen Zugriff hat.

Zwar könnten, rein theoretisch, alle dubiosen Signa-Geschäfte rückabgewickelt werden, für die sich beweisen ließe, dass sie zum Schaden der Gläubiger getätigt wurden. Aber dafür müsste erst einmal Licht in das undurchdringliche Dickicht von Hunderten Tochtergesellschaften gebracht werden, die wechselseitig alle möglichen Ansprüche erheben und unter dem Strich samt und sonders pleite sind.

Die verschiedenen Insolvenzverwalter gehen einstweilen nicht einmal davon aus, an die 315 Millionen Euro heranzukommen, die in den Tagen vor der Signa-Pleite aus deren Firmengestrüpp an Familienstiftungen mit dem Namen der Benko-Tochter geflossen sind. Die Gläubiger, darunter die Arabischen Emirate und der deutsche Staat, haben in diesem Hütchenspieler ihren Meister gefunden.

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