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Aus: Ausgabe vom 09.12.2023, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Drei-Nomen-Eintopf

Von Maxi Wunder

»Au weia, jetzt ist es passiert! Annalena Baerbock hat sich als Antisemitin geoutet!« Udo ist ganz aufgeregt. »In Ljubljana forderte sie Israel auf, das ›humanitäre Völkerrecht‹ einzuhalten! Als ob Israel eines solchen Hinweises überhaupt bedürfe, so einwandfrei, wie es sich in Gaza verhält. Und ausgerechnet aus Deutschland!« – »Aus Slowenien«, korrigiert ihn Roswitha. »Pardon, ich meine, aus dem Mund einer Deutschen.«

Dabei lieben wir doch, was auch dem Mund der Queen of Pleonasm kommt. Baerbocks »regelbasierte Werteordnung« ist längst genauso sprichwörtlich wie ihre »völkerrechtswidrigen Angriffskriege«. Anfangs suchte man im Geiste noch nach Werte­ordnungen, die ohne Regeln auskommen, und nach Angriffskriegen, die unter dem Beifall des Völkerrechts geführt wurden, um die Notwendigkeit dieser sprachlichen Doppelungen einzusehen. Inzwischen darf hinter ihnen der Zweck vermutet werden, uns rhetorisch auf die Möglichkeit von etwas einzustimmen, das die sogenannte Zeitenwende wohl bald mit sich bringen wird: auf »völkerrechtskonforme« Angriffskriege.

Ins Kulinarische übersetzt entspricht ein völkerrechtskonformer Angriffskrieg in etwa einem appetitanregenden Brechmittel. »Ich vermisse am politischen Diskurs das Vertrauen ins nackte Nomen«, bekennt Rossi. »In meiner simplen inneren Werteordnung ist Krieg einfach nur negativ konnotiert. Noch so viele Adjektive oder Ergänzungen können seine Abscheulichkeit weder verstärken noch relativieren.« – »Oh, ich verstehe genau, was du meinst!« pflichtet Udo ihr bei. »In meiner simplen inneren Werteordnung ist Essen einfach nur positiv konnotiert. Noch so viele Kalorien können seine Unwiderstehlichkeit weder mindern noch relativieren.« Man sieht es. Aber nicht wegen dieser Wintermahlzeit aus drei nackten Nomen:

Grünkohl-Süßkartoffel-Eintopf

Ein kg Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Zwei Zwiebeln und eine Knoblauchzehe würfeln. 500 g Grünkohl von den dicken Blattrippen streifen, in Stücke zupfen und in einer großen Schüssel gründlich waschen. Dann abgießen und trockenschleudern. 200 g Kassler in Würfel schneiden. 40 g getrocknete Apfelringe in zwei Zentimeter große Stücke schneiden. Vier EL Speiseöl in einem Topf erhitzen und die Süßkartoffeln darin anbraten. Knoblauch und Zwiebeln zugeben und glasig braten. Mit 1,2 l Gemüsebrühe aufgießen. Kasseler und Apfelstücke zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen. Aufkochen und zugedeckt bei mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln. Grünkohl zugeben und weitere zehn Minuten schmoren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Sondern wegen Desserts wie diesem:

Schokoladen-Erdnussbutter-Küchlein

200 g Zartbitter- oder Vollmilchschokolade schmelzen und jeweils einen Esslöffel davon in kleine Muffinförmchen geben. Oben in die Mitte der Schokolade einen Teelöffel Erdnussbutter geben. Mit einer weiteren Schicht geschmolzener Schokolade bedecken. Im Kühlschrank für mindestens eine Stunde fest werden lassen. Aus den Förmchen nehmen und mit Puderzucker und gehackten Pistazien bestreuen. Als weiteres Topping eine Him- oder Heidelbeere. Dazu ein Glühwein und Kaffee.

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