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Aus: Ausgabe vom 07.12.2023, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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Vom Keim zur Blüte

Zu jW vom 1.12.: »›Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!‹«

Liebe Kathrin Jakob, mit großer Freude habe ich in der jungen Welt den warmherzigen Text über Sie, Erika Schirmer und die Friedenstaube gelesen. An die Veranstaltung auf dem Markt in Oelsnitz kann ich mich noch sehr gut erinnern, die war für mich ein Erlebnis. Offen gestanden, zu einem gewissen Zeitpunkt kam mir dabei eine Träne ins Auge (es können auch zwei gewesen sein). Ich dachte daran, wie mein Sohn zu seiner Einschulung dieses Lied mit Stolz und tiefer emotionaler Teilhabe vor all den zukünftigen Mitschülern, deren Eltern und den Lehrern gesungen hat und sich auch von seiner zukünftigen Klassenleiterin nicht hat stören lassen, als sie ihn nach der zweiten Strophe unterbrechen wollte. Nein, er kannte alle drei Strophen, darauf war er wohl auch ein bisschen stolz, und so sang er einfach weiter.

Ja, wir haben in der DDR den Friedensgedanken von Anfang an in die Herzen der Kinder gepflanzt, und dort hat er gekeimt und ist zur selbstverständlichen Überzeugung geworden. Dass er nicht nur keimte, sondern bis heute seine Früchte trägt, ist auch Ihr Verdienst. Sie haben in Ihrer Buchhandlung keine Parteienpropaganda betrieben, sondern haben immer wieder (und das nicht nur am Tag des Friedens) allen, auch den Gleichgültigen, Indifferenten, Opportunisten, den Gedanken an das absolute Primat des Friedens in die Erinnerung gerufen.

Klaus Buschner, Deggendorf

Kodierte Straßen

Zu jW vom 1.12.: »›Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!‹«

»Nach Soja Kosmodemjanskaja wurde die EOS in Oelsnitz benannt.« Ich kann im Internet keine Schule dieses Namens in Oelsnitz mehr finden. Was hat denn Soja, die von lachenden deutschen Soldaten erhängt wurde, denn noch »verbrochen«, damit man ihren Namen entfernte? Na ja, wenn es wieder gegen Russland gehen soll, stört solch ein Name natürlich. Die nach dem Pazifisten und Hitler-Gegner Kurt Tucholsky benannte Straße in Berlin-Mitte sollte ursprünglich auch umbenannt werden, natürlich in »Artilleriestraße«. Das hätte doch phantastisch zu den Waffenlieferungen in die Ukraine gepasst. Die Umbenennung konnte nach der Wende gerade noch verhindert werden.

Doch weder in der DDR noch in der BRD interessierte sich jemand dafür, am Stadtrand von Berlin von den Nazis vorgenommene Umbenennungen wieder rückgängig zu machen. In Berlin-Mahlsdorf gibt es ein Komponistenviertel, natürlich mit Beethovenstraße, Mozartstraße usw. Am 11. Mai 1938 nahmen die Nazis den jüdischen Komponisten ihre Straßennamen weg. Und dabei blieb es. Die Mendelssohnstraße heißt immer noch Landvogtstraße, die Meyerbeerstraße Friesacker Straße und die Offenbachstraße Pfalzgrafenweg. Das war und ist der in Deutschland amtlich unterstützte Antisemitismus. Aber bitte keine Demo zur Unterstützung der Palästinenser!

Statt die Taten der Nazis zu korrigieren, brachte man eine kleine Zusatztafel an, mit dem Hinweis, wie die Straßen ursprünglich hießen. Das war wahrscheinlich billiger als neue Straßenschilder, man muss ja ökonomisch haushalten, es sei denn, es handelt sich um ein Sondervermögen, damit es bald wieder losgehen kann. Auch der Hindenburgdamm bleibt. Schließlich hätten wir ohne ihn nicht zum letztmöglichen Zeitpunkt unseren »Führer« bekommen, denn die NSDAP sackte gerade in der Gunst der Wähler ab. Paul von Hindenburg: »Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.« Das erinnert mich an gewisse sorglose Entscheidungen im Bundestag.

Fred Buttkewitz, Ulan-Ude (Russland)

Es ist schlimm

Zu jW vom 30.11.: »Ostrenten werden gekürzt«

(…) Als Honecker in der BRD war, sollte die Wiedervereinigung aus den besten, sich bewährt habenden Maßnahmen gleichberechtigt gezimmert werden. Kohl lehnte ab. Heute, 2023 – also 33 Jahre nach der Wiedervereinigung, fehlen Erzieherinnen für unsere Zukunft in beiden Teilen Deutschlands. Das ist schlimm. Heute haben wir einen Kriegsminister! Das ist noch schlimmer!

Rainer Klee, Bad Kreuznach

Arbeiter haben kein Vaterland

Zu jW vom 1.12.: »Von Gaza nach Thailand«

Liebe jW, die 39 Werktätigen aus Thailand sind nicht einfach »umgekommen«, sie wurden ermordet, und zwar von der Hamas. Von thailändischen Kapitalisten wurden sie ignoriert, von israelischen Kapitalisten wurden sie ausgebeutet, von palästinensischen Terroristen wurden sie ermordet. Wie könnten die Verhältnisse in Israel und die Haltung der Hamas zur Arbeiterklasse wohl besser beschrieben werden als mit dem Schicksal der ermordeten und entführten thailändischen Arbeiter? Wer auch immer die Hamas als legitime Vertreterin palästinensischer Interessen sehen will, wird sich an den Taten dieser Arbeitermörder messen lassen müssen.

Jens Märtin, Frankfurt am Main

Gekränkt und gedemütigt

Zu jW vom 2./3.12.: »Vernichtung einer Mythe«

Ich habe den Film in 3sat gesehen. Ich war aber gut vorbereitet, denn ich hatte vor vielen Jahren das Buch »Griechisches Feuer« von Nicholas Gage (der auch das Buch »Eleni« über das Leben seiner Mutter schrieb) gelesen. Maria Callas war ein Kind der spießigen Zeit der 1950/60er Jahre.

Das Abnehmprogramm gehörte dazu, in der damaligen Zeit waren in den Abführmitteln Bandwurmeier, so dass sie so schnell zu dem gewünschten Ergebnis kam. Das Traurige war, dass sie fest daran glaubte, dass Onassis sie heiraten würde, und seine Heirat mit Jackie Kennedy ihr den Schock ihres Lebens versetzte. Gekränkt und gedemütigt lebte sie in ihrer Pariser Wohnung, und man könnte sagen, sie starb am »Gebrochenen Herzen«.

Christine Ullrich, Berlin

Wir haben in der DDR den Friedensgedanken von Anfang an in die Herzen der Kinder gepflanzt, und dort hat er gekeimt und ist zur selbstverständlichen Überzeugung geworden.

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