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Aus: Ausgabe vom 29.11.2023, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Arbeitskampf

Tesla verklagt Schweden

US-Autobauer wehrt sich gegen Streikwelle
Von Raphaël Schmeller
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Die Industriegewerkschaft IF Metall will mit ihrem Arbeitskampf den weltweit ersten Tarifvertrag für Beschäftigte im Tesla-Imperium von Elon Musk erkämpfen

Seit rund einem Monat wird Tesla in Schweden bestreikt. Nun will sich der US-Autobauer vor Gericht gegen die Arbeitskampfmaßnahmen wehren und hat am Montag abend zwei Klagen gegen den schwedischen Staat eingereicht. Im Mittelpunkt steht die nationale Verkehrsbehörde, die Tesla die Nummernschilder für Neuwagen per Post zustellt. Die Postangestellten waren vergangene Woche in den Ausstand getreten und weigern sich seitdem, Briefe und Pakete an Tesla auszuliefern.

Tesla hat deshalb jetzt beim Bezirksgericht Norrköping beantragt, die schwedische Behörde zu verpflichten, dafür zu sorgen, dass die Nummernschilder »in den Besitz von Tesla« gelangen. Außerdem fordert das Unternehmen eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Kronen (87.000 Euro) für den Fall, dass die Verkehrsbehörde dies nicht durchsetzt. In einer weiteren Klage forderte Tesla das Gericht in Solna auf, das staatliche Postunternehmen Postnord zur Herausgabe der Nummernschilder zu verpflichten.

Die Industriegewerkschaft IF Metall will mit ihrem Arbeitskampf den weltweit ersten Tarifvertrag für Beschäftigte im Tesla-Imperium von Elon Musk erkämpfen. Dazu rief sie Ende Oktober zunächst rund 130 Beschäftigte in zehn Tesla-Werkstätten zum Arbeitskampf auf. Seitdem hat sich der Streik ausgeweitet: Im November folgten 470 Beschäftigte in Werkstätten, in denen Autos verschiedener Hersteller repariert werden, sowie Arbeiter in vier Häfen, die die Verladung von Tesla-Fahrzeugen blockierten. Inzwischen haben insgesamt neun weitere Gewerkschaften aus Solidarität mit IF Metall eigene Aktionen angekündigt.

Im größten skandinavischen Land sind 90 Prozent der Beschäftigten tarifvertraglich abgesichert. Auch mit einem gewerkschaftlichen Organisationsgrad von 62 Prozent bewegt man sich in anderen Dimensionen als in der BRD mit rund 17 Prozent.

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