Zum Inhalt der Seite

BRD: Sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen

Berlin. Sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten soll in Deutschland künftig als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit strafrechtlich verfolgt werden können. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf des Justizministeriums. Die im Völkerstrafrecht festgeschriebenen Tatbestände der Verbrechen gegen die Menschheit und der Kriegsverbrechen sollen so angepasst werden, dass sie auch Delikte wie sexuellen Übergriff, sexuelle Sklaverei und erzwungenen Schwangerschaftsabbruch umfassen. Dadurch können diese künftig in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden, auch wenn sie in anderen Ländern verübt wurden. Politiker der Regierungskoalition nannten hier die Ukraine oder Israel als Beispiel. Die SPD-Fraktion wies zudem auf die Bedeutung der Gesetzesänderung für den Schutz von queeren Menschen hin, da laut Gesetzentwurf der Straftatbestand der Verbrechen gegen die Menschheit im Völkerstrafgesetzbuch um die »sexuelle Orientierung« als unzulässigen Grund für die Verfolgung ergänzt werden soll. (AFP/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2023, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!