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Aus: Ausgabe vom 26.01.2023, Seite 8 / Abgeschrieben

Nukleare Bedrohung ist akut

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Atombombentest in der Wüste von Nevada

In einem Appell gegen den Ersteinsatz von Atomwaffen und die Benutzung von Atomkraftwerken als Waffen – u. a. vom »Science 4 Peace Forum« und den Internationalen Ärzten zur Verhütung von Atomkriegen (IPPNW), mit 14 Nobelpreisträgern und mehr als 60 Wissenschaftlern als Erstunterzeichnern – heißt es:

Im Krieg gegen die Ukraine, den wir auf das schärfste verurteilen, wurden schon zu viele Menschen getötet, zu viele Kriegsverbrechen begangen, Hass und Angst wurden erzeugt und verstärkt. Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand und humanitäre Hilfe für diejenigen, die unter dem Krieg leiden.

Die Eskalation in Worten und militärischen Aktionen hat Europa der Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen sehr nahe gebracht. Angesichts des Potentials für eine enorme und kaum vorstellbare globale Zerstörung oder eine regionale Katastrophe mit planetaren Auswirkungen können wir als Wissenschaftler nicht schweigen: Jeder Atomangriff von jeder Seite wird Reaktionen und Vergeltungsmaßnahmen anderer Atommächte hervorrufen, und in kurzer Zeit könnten Millionen von Menschen getötet, riesige Gebiete von Land und Meer zerstört und kontaminiert werden. Die Atmosphäre würde radioaktive Elemente und Ruß tragen, was zu einem nuklearen Winter und einer globalen Hungersnot führen würde. Wissenschaftliche Studien zeigen deutlich, dass nach dem Ersteinsatz von Atomwaffen nur noch sehr wenig Zeit für rationales Handeln bleibt und es keinen Ausweg angesichts von Entscheidungen gibt, die getroffen wurden.

Während wir mit dem Krieg in Europa und der nuklearen Bedrohung beschäftigt sind, stehen wir weiterhin vor ernsten und gefährlichen Krisen, insbesondere der Klimakrise – mit Stürmen, Überschwemmungen oder Dürren in vielen Ländern. Krisen, die gelöst werden müssen, die Millionen bedrohen. Globale Nahrungsmittel-, Ökosystem-, Sozial- und Energiekrisen betreffen bereits Länder mit niedrigem Einkommen enorm. Anstatt Kriege zu führen, müssen wir alle unsere Anstrengungen und Ressourcen einsetzen, um diese Probleme zu lösen. Als Wissenschaftler verpflichten wir uns, zum Wohle der Menschheit zu forschen und für eine friedliche Welt zu arbeiten, in der jedes Lebewesen eine Zukunft hat.

Wir fordern von allen Politikern (…):

– Stoppen Sie die verbale Eskalation, hören Sie auf, Aussagen und Entscheidungen zu treffen, die die Zukunft aller zerstören könnten.

– Nehmen Sie wissenschaftliche Beratung als Leitlinie für Ihre Entscheidungen und treffen Sie Entscheidungen, die uns allen eine Zukunft ermöglichen.

– Erinnern Sie sich an das Inferno von Hiroshima und Nagasaki, hören Sie den Hibakusha zu und berücksichtigen Sie die Geschichte und deren persönliches Zeugnis.

Wir fordern von allen Regierungen, insbesondere von den Staaten mit Atomwaffen und den Ländern in militärischen Allianzen mit ersteren:

– Erklären Sie dringend öffentlich, dass Sie sich der No-First-Use-Politik für Atomwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen anschließen und auf den Einsatz dieser Waffen verzichten.

– Schließen Sie sich dem von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Vertrag über das Verbot von Atomwaffen an.

www.change.org/p/no-first-use-never-any-use-of-nuclear-weapons

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