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Aus: Ausgabe vom 25.01.2023, Seite 7 / Ausland

Serbien: Vucic sieht Ultimatum des Westens

Belgrad. Im Streit um die Zukunft des Kosovo sieht sich Serbiens Präsident Aleksandar Vucic vom Westen vor ein Ultimatum gestellt. Dies sagte der Staatschef am späten Montag nachmittag in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Ihm sei signalisiert worden, dass Serbien entweder seine Beziehungen zum Kosovo normalisiere oder sein Land mit Maßnahmen konfrontiert werden könnte, die »großen Schaden« anrichten würden. (AFP/jW)

  • Leserbrief von Reinhard Hopp aus Berlin (25. Januar 2023 um 19:22 Uhr)
    Und willst du nicht ein Westler sein, so schlag’n wir dir den Schädel ein!
  • Leserbrief von Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude, Russland (25. Januar 2023 um 01:32 Uhr)
    Gleiches schickt sich nicht für alle. Dem serbischen Präsidenten sei also signalisiert worden, dass Serbien entweder seine Beziehungen zum Kosovo normalisiere oder sein Land mit Maßnahmen konfrontiert werden könnte, die »großen Schaden« anrichten würden. Hat man das auch Selenskij angedroht, als er acht Jahre lang die Beziehungen zur abgespaltenen Krim und dem Donbass nicht normalisierte? Aber in Serbien großen Schaden anzurichten, daran hat man ja Übung. Natürlich geht die Abspaltung des Kosovo völkerrechtlich in Ordnung, wenn sich dort deshalb der größte US-Stützpunkt in Europa breit machen durfte. Und natürlich geht genau das nicht in der Ukraine, wo seitens der NATO ein noch größerer Stützpunkt (in Kriegszeiten genannt Brückenkopf) geplant und im Aufbau befindlich war und ist. Es kommt immer drauf an, wem was nutzt. Die Russen, Katalanen und Schotten sind die bösen Separatisten. Taiwanesen, Kosovaren, Falkländer und Gibraltarer sind dagegen zu unterstützende Separatisten. Aus gleichem Grund war es auch vollkommen o.k., 1948 zwei Drittel Deutschlands abzupalten. Eine Vereinigung beider deutschen Staaten mit russischer Hilfe war zu begrüßen. Wenn sich Russen vereinigen wollen, deren Sprache im öffentlichen Raum verboten wurde, geht das natürlich nicht. Belgrad braucht man nicht um Erlaubnis fragen, Kiew oder London schon. Da können die Bewohner von Krim und Donbass so viele Volksabstimmungen machen, wie sie wollen, die es seit 1990 mehrmals gab. Mich hätte nur mal interessiert, was die Springerpresse vor 1989 geschrieben hätte, wenn in der DDR für alle Bürger als Amtssprache Plattdeutsch vorgeschrieben gewesen wäre. So etwa fühlen Ukrainer, von denen bisher 80 Prozent Russisch gebrauchten. BILD hätte trompetet: »Befreit unsere Brüder und Schwestern in der Zone …«. Das habe ich als DDR-Bürger jahrzehntelang gehört und Putin sicher auch. Vor allem in Leuna und Schwedt fühlt man sich sehr befreit.

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