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Aus: Ausgabe vom 24.01.2023, Seite 1 / Inland
»Verkehrswende«

Deutlich weniger CO2 mit Tempolimit

Studie bestätigt positiven Effekt auf Emissionen. Verkehrsminister blockiert 49-Euro-Ticket
Von Michael Merz
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Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A 5 in Hessen

Neuen Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge, würde ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde auf deutschen Autobahnen deutlich mehr CO2 einsparen als bisher bekannt. Eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung könne dazu führen, dass Treibhausgasemissionen in Höhe von 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten weniger verursacht werden, erklärte die Behörde am Montag anhand einer Studie. Bisher war sie von lediglich 2,6 Millionen Tonnen ausgegangen. Ein zusätzliches Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde auf Landstraßen würde demnach das Einsparpotential auf acht Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erhöhen, so das UBA.

Durch die Kombination beider Tempolimits hätten 2018 die Treibhausgasemissionen der Pkw und Nutzfahrzeuge in Deutschland insgesamt um rund fünf Prozent gesenkt werden können. Ab 2024 eingeführt, könnten bis 2030 in Summe rund 47 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Dies löse nicht die Klimaherausforderungen im Verkehr, »aber sie sind eben auch keine Kleinigkeit«, sagte UBA-Präsident Dirk Messner.

Der für die »Verkehrswende« verantwortliche Bundesminister Volker Wissing (FDP) hatte noch am Sonntag behauptet, es brauche kein Tempolimit in Deutschland. »Die Lösung kann nicht sein, dass wir den Straßenverkehr in Deutschland einschränken«, sagte er Bild am Sonntag. Das Tempo »gehört in die Eigenverantwortung der Bürger«, so der Bundesverkehrsminister im Springer-Blatt. »Autofahren bedeutet Freiheit, Flexibilität und Privatsphäre.«

Gegenüber Wissing, der sich für einen großflächigen Ausbau des Straßennetzes einsetzt, wurden am Montag zudem Vorwürfe laut, er hintertreibe die Einführung des 49-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr. Die Länder seien bereit, die Verkehrsverbünde auch, so Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) zur SZ. »Für den termingerechten Start zum 1. Mai 2023 brauchen wir aber mehr Kompromisse und Solidarität – und einen Bundesminister, der nicht die Umsetzung blockiert«, sagte die Bremer Senatorin Maike Schaefer laut Tagesschau.de.

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