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Aus: Ausgabe vom 05.01.2023, Seite 1 / Titel
Konfliktherd Fernost

Seoul droht mit A-Bombe

Konflikt auf Koreanischer Halbinsel schaukelt sich hoch. Widersprüchliche Aussagen aus USA und Südkorea
Von Jörg Tiedjen
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Bereit zur Aufrüstung mit US-Nuklearwaffen: Kampfflugzeuge der südkoreanischen Luftwaffe vom Typ »F-15« (24.5.2022)

Ist US-Präsident Joseph Biden nicht genau informiert über den Konflikt auf der Koreanischen Halbinsel? Der hat sich zum Jahreswechsel so weit hochgeschaukelt, dass Bidens südkoreanischer Amtskollege Yoon Suk Yeol in einem am Montag in der Zeitung Chosun Ilbo veröffentlichten Interview davon sprach, dass die Vereinigten Staaten und Südkorea überlegten, bei kommenden Manövern gemeinsam den Einsatz von Atombomben zu üben. Das heißt, dass die US-Armee im Kriegsfall den südkoreanischen Streitkräften eigene Nuklearwaffen überlassen würde. Ganz ähnlich, wie man es in der Bundesrepublik unter dem Begriff der »nuklearen Teilhabe« versteht – die Deutschland jederzeit zum Ziel eines »Präventivschlags« machen könnte.

Am selben Tag in der US-Hauptstadt Washington danach gefragt, verneinte Biden jedoch, dass entsprechende Gespräche stattfinden. Bidens Dementi wurde allerdings am Dienstag von südkoreanischer Seite widerrufen. Yoons Sprecherin Kim Eun Hye bekräftigte gegenüber der Presse, dass »als Reaktion auf ­nukleare Drohungen aus Nordkorea« sehr wohl ein »gemeinsamer Einsatzplan für die Nuklearbomben« diskutiert werde. Ganz ähnlich war zuvor von seiten des Nationalen Sicherheitsrats der USA präzisiert worden, dass die USA und Südkorea »eine koordinierte und konkrete Reaktion« auch für den Fall des Einsatzes von Atomwaffen durch Nordkorea vorbereiteten. In Presseberichten wurde darauf hingewiesen, dass das nur konsequent sei, nachdem die Militärführungen beider Länder im November beschlossen hätten, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen.

Am Mittwoch drehte Yoons Sprecherin Kim weiter an der Eskalationsspirale. Sie ließ verlauten, dass ein 2018 mit Nordkorea geschlossenes Abkommen über eine Pufferzone ausgesetzt werde, sobald die Volksrepublik nochmals Südkoreas »Grenzen« verletze. Ende Dezember waren nach Angaben aus Seoul fünf Drohnen nordkoreanischer Herkunft in den »südkoreanischen Luftraum« eingedrungen. Yoons Sprecherin kündigte im Gegenzug eine »großangelegte Produktion kleiner Drohnen« an, die »schwer zu orten« seien. Zweck sei der Aufbau militärischer Kapazitäten für »großangelegte Gegenoffensiven«. Seoul prangert zudem Pjöngjangs Raketentests an. Nordkorea hatte wiederholt Interkontinentalraketen aufsteigen lassen, die theoretisch das US-amerikanische Festland erreichen könnten. Beklagt wurde auch, dass Nordkorea zum Jahreswechsel drei Raketen kurzer Reichweite zündete – Hintergrund war, dass Seoul einen militärischen Satelliten in den Orbit geschickt hatte.

Am Wochenende hatte Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un den USA und Südkorea auf der Jahresabschlusstagung der regierenden Arbeiterpartei vorgeworfen, Pjöngjang »militärisch extrem unter Druck zu setzen«. Seoul und Washington hätten vor, »eine Art regionaler NATO« zu gründen. Das Hin und Her um eine mögliche »nukleare Teilhabe« Südkoreas nach dem Vorbild der BRD dürfte Kim nachträglich bestätigen. Als Reaktion auf die westliche Bedrohung kündigte Kim an, die Aufrüstung zu forcieren, um die eigene nukleare Schlagkraft zu verbessern. Taktische Atombomben sollten in Serie gefertigt werden, und so schnell wie möglich wolle man selbst einen Spionagesatelliten ins All schicken. Die »Weltuntergangsuhr« steht auch auf der Koreanischen Halbinsel auf kurz vor zwölf.

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  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart ( 6. Januar 2023 um 13:20 Uhr)
    Eigentlich geht es in Jörg Tiedjens Artikel um – wie im Untertitel auch richtig steht: »Konflikt auf Koreanischer Halbinsel schaukelt sich hoch. Widersprüchliche Aussagen aus USA und Südkorea.« Es geht nicht direkt um Nordkorea oder den dortigen Sozialismus. Obwohl ich mit der Aussage von E. Rasmus – »Da bleibt mir die DVRK als eines der zum Glück weiterbestehenden historisch-sozialen Lichtsymbole höchst dankenswert mutmachend!« – nicht ganz einverstanden bin, würde ich doch gern noch mehr Artikel über Nordkorea und über die SR-Vietnam in der jW lesen. Entscheidend wird die Geschichte, wie die Wiedervereinigung in Korea verlaufen wird. Dort wird die Gesellschaftsform der Zukunft in Asien entschieden.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Franz S. ( 6. Januar 2023 um 09:49 Uhr)
    E.Rasmus ist größtenteils zuzustimmen. Das Problem ist aber nicht, dass sich die jW nicht offen zu der korrekten Benutzung des Staatsnamens Demokratische Volksrepublik Korea bekennt. Das geschieht in der Regel schon. Problematisch bei der Berichterstattung ist, dass nur dann etwas berichtet wird, wenn etwa ein neuer Raketentest stattgefunden hat bzw. wenn sich die Situation in Korea zuspitzt. In 2022 hat die DVRK unter schwierigsten Bedingungen große Erfolge erzielt: Sieg über Corona in 90 Tagen; Bau von zigtausend Wohnungen in der Hauptstadt; Modernisierung der Dörfer: Es vergeht praktisch kein Tag, wo nicht in Stimme Koreas über den Einzug in neue Wohnungen berichtet wird usw. Davon erfahren die jW-Leser leider nichts. In linken Medien hierzulande ist Solidarität mit Kuba fast schon Mode geworden. Die mit Sanktionen zu kämpfende DVRK könnte Solidarität auch gebrauchen. Kim Il Sung scheint diese Problematik vorausgesehen zu haben, als er sein Konzept »Schaffen aus eigener Kraft« begründet hat. Kim Jong Un setzt das fort, indem er sich bei der Verteidigung der Republik nicht auf andere verlässt. Ein gut gemachter Film über den Sieg über Corona: https://www.youtube.com/watch?v=GJB_RQg-PVw
  • Leserbrief von E. Rasmus ( 5. Januar 2023 um 16:40 Uhr)
    Danke für den mahnenden Artikel »Seoul droht mit A-Bombe«, wozu u. a. Johannes Wolfgang Oskar Würdig viel in seinen zwei Leserbriefen schreibt. Er meint, den dialektischen und historischen Materialismus als Wissenschaft zu gebrauchen, aber warum klammert der Leserbriefautor die geschichtlich konkreten Bedingungen aus und diffamiert unter anderem die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) als kein Aushängeschild für den Sozialismus? Der US-Imperialismus sorgte kriegsverbrecherisch für die Teilung der Halbinsel und reservierte sich dabei den südkoreanischen Teil als Vasallenstaat für seine globalen Ansprüche gegen jegliche wahrhaftige Unabhängigkeitsbewegung in Asien. Vasallenstaat war der westdeutsche Teilstaat übrigens von Anbeginn – angefangen zuvor vom Marshallplan und der in den USA gedruckten und über Nacht eingeflogenen D-Mark West unter Verletzung der Beschlüsse von Potsdam bis zu der durch die Konterrevolution vereinnahmten DDR durch die angebliche Wiedervereinigung unter der US-Vasallenherrschaft der Bourgeoisie bis heute. Die bürgerliche Revolution und Herrschaft war noch nie konsequent. Wäre sie es, so hätte es beispielsweise 1848 keinen Deal mit dem Adel gegeben. Und sie hätte folgerichtig bei der Losung »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« von 1789 direkt zum Sozialismus führen müssen. Wann begreifen wir endlich den Sozialismus als dialektische Bewegungsveränderung unter den jeweils historischen Bedingungen von Feuer und Wasser – als Revolution! Feuer und Wasser an den Grenzlinien lassen sich nicht vereinigen. Da bleibt mir die DVRK als eines der zum Glück weiterbestehenden historisch-sozialen Lichtsymbole höchst dankenswert mutmachend! Kapitalismus und Krieg oder Sozialismus mit Volkseigentum und Frieden, ein Mittelding gibt es in der Konsequenz nicht. Konsequenterweise müsste die junge Welt sich übrigens offener zu der korrekten Benutzung des Staatsnamens Demokratische Volksrepublik Korea und also demgemäß zur DVRK (DVR Korea) bekennen, wie man ja auch VR China oder DDR schreibt.
    • Leserbrief von Onlineabonnent/in Torsten Andreas S. ( 5. Januar 2023 um 23:59 Uhr)
      Eine Betrachtungsweise der menschlichen Geschichte, in der die Interessen der Machthabenden nicht einmal mehr erwähnt werden, hat was für sich, oder? Oh nein, es gab keinen Grund, zwei verschiedene Atombomben auf die Menschen in Japan abzuwerfen! Sie waren auf gar keinen Fall ein Machtbeweis. Wer käme denn darauf! Auch die vielen Massaker in Südkorea seit 1945? Ich würde im Traum nicht darauf kommen, dass sie den Launen von Leuten entsprangen, die Betreuung bräuchten. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir ist niemals in den Sinn gekommen, 100.000 Menschen zu schlachten, weil sie vielleicht was mit Kommunismus zu tun haben. Ich weiß: Die Opferzahl ist mindestens nahe an einer Million. Ich bin im sicheren DDR-Land aufgewachsen und deshalb ein eher friedlicher Mensch. Diese Gestalten wie Baerbock, Habeck, Melnyk, Biden usw. sind wohl eher nicht die Friedensstifter. Doch wenn uns das bekannt ist, dann gibt es gar keinen Grund dafür, sie überhaupt noch reden zu lassen. Kurz und gut: Sie haben ausgeredet. Falls Sie das anders sehen, wechseln Sie bitte den Planeten …
      • Leserbrief von E. Rasmus ( 6. Januar 2023 um 16:16 Uhr)
        Ich habe gegrübelt, wie die Antwort von Torsten Andreas S. zustande gekommen ist. Er muß wohl einen anderen Leserbrief meinen. Da wurde etwas hineingelesen, was ich gar nicht behauptete. Tut mir leid, jedenfalls kann ich keinen Zusammenhang als Antwort finden, wenngleich ich auch keine andere Auffassung zu seinen geschichtlichen Ereignissen habe.
    • Leserbrief von Johannes Oskar Wolfgang Würdig ( 5. Januar 2023 um 20:23 Uhr)
      Sehr geehrter Genosse, der Sozialismus bedeutet Herrschaft des Volkes und nicht Führerkult. Immerhin hat sich auch Chruschtschow von Stalin abgenabelt, aber irgendwie ist der Führerkult doch geblieben. Parteieigentum führt nicht zu Volkseigentum, eine antikapitalistische Haltung reicht auch noch nicht dafür, zum Sozialismus zu gelangen. Die Arbeiter in der DDR blieben Arbeiter, sie erlangten keineswegs die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel. Hätten die Arbeiter und Bauern ihre Betriebe als ihr Eigentum begriffen, hätten sie dieses 1990 mit Zähnen und Klauen verteidigt. Wir wissen selbst wenig Authentisches über Nordkorea, aber die Europäer wollen weder einen koreanischen noch einen chinesischen Sozialismus. China hat erfolgreich verwirklicht, was Lenin unter die Losung Kommunismus gestellt hat, aber nur die Aufholjagd an die Produktivität des Kapitalismus beinhaltete. Zwar hatte die Sowjetunion keine Kapitalisten, aber in Bezug auf die eroberten Gebiete nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich Stalin wie eine imperiale Macht verhalten und bis zu den Breschnew-Doktrin war es nicht wirklich besser. Muss ich an die Wismut erinnern, wie reich die DDR hätte sein können, wenn die größte Uranlagerstätte in Europa tatsächlich Volkseigentum gewesen wäre? Ulbricht wollte mal eine ökonomische Reform und weil er dann in Moskau umgefallen ist, hat sich Apel dann erschossen. Ein Vertreter des DHM erkennt erst mal die Realität in ihrem universellen Zusammenhang an, sieht also das ganze Bild und arbeitet kompromisslos die Fehler der eigenen Geschichte auf, um diese nie wieder zu wiederholen. 1989 konnte ich an der Uni Halle im ML-Seminar offen aussprechen, was ich als Genosse in der Analyse der damaligen Praxis selbst erkannt hatte. Hätte Marx in der DDR gelebt, seine Kritik wäre härter ausgefallen als die Kritik am Kapitalismus der freien Konkurrenz, denn was wir betrieben haben, war der organisierte Selbstbetrug. Heute wieder, nur schlimmer. Organisationseigentum wäre eine Alternative.
  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart ( 5. Januar 2023 um 10:51 Uhr)
    Seoul droht nicht, Seoul hat sich verplappert. Die USA militärische Anwesenheit in Südkorea war ursprünglich gegen die konventionellen Streitkräfte Nordkoreas ausgerichtet. Seither entwickelte sich Nordkorea zur Atommacht und die strategische Lage Südkoreas in den heutigen Spannungen um Taiwan und erstrangig gegen die VR-China verlangt neue Überlegungen von den USA, unter anderem eine Aufrüstung ihre Militärbasen auf der Halbinsel mit Atomwaffen. Wie weit es sich die VR China gefallenlassen wird und welche Antwort sie darauf hat – da können wir gespannt sein. Die Kubakrise lässt grüßen!
  • Leserbrief von Johannes Wolfgang Oskar Würdig ( 5. Januar 2023 um 08:24 Uhr)
    (…) Kim will Südkorea auch nicht vernichten, der will durch eigene Stärke die USA von einem Abenteuer abschrecken. Putin weiß sicher, wer NS gesprengt hat, aber er müsste ja eigentlich dem Aggressor den Krieg erklären. Er kann deshalb nicht mal seinem eigenen Volk die Wahrheit sagen, denn diese Kriegserklärung würde den dritten Weltkrieg auslösen. Den gewinnen zu können, glaubt auch ein Putin nicht. Das aber wiederum macht die Kriegstreiber in der NATO noch geiler, nun vom Endsieg in der Ukraine zu träumen. Das wiederum zwingt Putin dazu, die Ukraine in die Knie zu zwingen. Als 1990 die NATO in Deutschland noch mal Krieg in einem Manöver spielte, war es sogar Helmut Kohl zu viel, als in dem Szenario der Abwurf von Atombomben auf ostdeutsche Städte beschlossen worden war. Kohl hat sich da ausgeklinkt, wo ich mir weder bei Angela Merkel noch Olaf Scholz sicher wäre. Was für ein Staatsgeheimnis muss denn Olaf Scholz hüten, dass er es sogar dem Parlament vorenthalten muss? Wenn ein Gysi glaubt, jetzt wäre die Zeit von RRG gekommen, anstatt die Revolution emanzipierter Bürger auszurufen, dann kann ich mir vorstellen, wäre ich ein Savonarola, würde ich Gott bitten, er möge je eine atomar bestückte Hyperschallrakete gen Berlin und die andere nach Ramstein schicken. Nun bin ich aber Atheist und einer, der den dialektischen und historischen Materialismus nicht als Religion, sondern als nüchterne Wissenschaft betreibt und nicht seinen emotionalen Wünschen erliegt. Und so wäre es besser, wenn die Ukraine kapitulieren muss, weil wir keine Waffen mehr liefern. Die Welt können wir nur verändern, wenn wir bereit sind, uns selbst zu ändern, das wusste schon Lew Nikolajewitsch Tolstoi. Dialektisch zu denken erfordert die Dialektik im Prozess zu erkennen und nicht sich selbst etwas auszudenken.
  • Leserbrief von Johannes Wolfgang Oskar Würdig ( 5. Januar 2023 um 07:31 Uhr)
    Nukleare Teilhabe ist nur eine Umschreibung für die Tatsache, dass die Interessen des US-Imperialismus die Politik bestimmen. Hätte Südkorea eigene Atomwaffen, dann würde sich keine Regierung trauen, diese gegen das eigene Volk einzusetzen. Die Koreaner in Nord und Süd verstehen sich immer noch als ein Volk, während in Deutschland der Begriff des Volkes als etwas Gefährliches, geframed von Grünen und anderen vertrottelten Pseudolinken, verinnerlicht wurde. Eine nicht von den USA gesteuerte Regierung würde niemals einen Krieg gegen das eigene Volk führen. Das Problem im Kapitalismus besteht eben darin, dass die Nation tief gespalten ist und die herrschende Klasse gelernt hat, ihre Ideologie als linke Ideologie zu tarnen, indem sich diese als internationalistisch darstellt. Es handelt sich dabei aber nur um die Absicht, die ganze Welt unter die vollständige Kontrolle der Großbanken und Konzerne zu bringen, die sich eben u. a. in solchen Schattenbanken wie BlackRock jenseits öffentlicher Transparenz organisieren. Ein weiteres Problem ist natürlich, dass eine Diktatur wie in Nordkorea kein Aushängeschild für den Sozialismus ist. Gerade darin stellt sich für echte linke Kräfte in Europa die Aufgabe, einen Weg zum Sozialismus zu finden, der die Fehler des Staatssozialismus nicht wiederholt. Kuba hat nicht den erforderlichen Stand in der Entwicklung der Produktivkräfte, um hier vorangehen zu können. Es gibt faktisch heute immer noch zwei Währungen, wobei der Dollar die stärkere Währung ist. In den 70er Jahren haben wir Daniel Ortega in Nicaragua solidarisch unterstützt und was ist er heute, ein Diktator. Auch Venezuela kann nicht als Paradepferd des Sozialismus weiter helfen, der Sozialismus Lateinamerikas scheitert an der Unterentwicklung der Arbeiterklasse und deren Produktivkräfte. Deshalb kann von diesen Ländern nur gelernt werden, wie man gegenüber der internationalen Macht des Großkapitals ständig in der Defensive bleibt.
  • Leserbrief von Reinhard Hopp aus Berlin ( 4. Januar 2023 um 22:45 Uhr)
    Ein besiegtes Nordkorea könnte den USA wohl gefallen, denn dann wären sie unmittelbar an der Grenze zu China. Und das ist ja schließlich das eigentliche Ziel und nicht das arme Nordkorea, das weder eine politische noch eine wirtschaftliche Konkurrenz darstellt und wo es nur wenig zu holen gibt. Und mit einem koreanischen atomaren Bruderkrieg ließe sich auch gleich der bedeutende Welthandelsrivale Südkorea en passant mit ausschalten, nach dem altbekannten Motto »Wenn zwei sich streiten, …«.

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