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Aus: Ausgabe vom 31.12.2022, Seite 11 / Feuilleton
Nachruf

Wie nur sie es konnte

Die Schauspielerin Ingrid Rentsch ist mit 94 Jahren gestorben
Von F.-B. Habel
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Im Herbst 2021 hatte ein Film mit Ingrid Rentsch deutsche Erstaufführung, obwohl sie sich 30 Jahre zuvor aus dem Beruf zurückgezogen hatte. In der auf dem Cottbusser Filmfestival vorgestellten internationalen Produktion »Wir bleiben treu« (1988/89) spielte sie die Mutter zweier junger Männer, von denen der eine Faschist und der andere Freiheitskämpfer im Spanien-Krieg geworden war. Für die damalige Umbruchszeit in der DDR schien der Film zu propagandistisch, während er in der Sowjetunion und in Polen in die Kinos kam.

Ingrid Rentsch hatte ihre Filmlaufbahn früh begonnen, als Regisseur Erich Engel die 21jährige 1949 für die Rolle der ältesten Tochter der Wäscherin Mutter Wolffen in der Defa-Adaption von Gerhart Hauptmanns »Biberpelz« entdeckte. Kurz darauf übernahm sie die Titelrolle in »Corinna Schmidt« (1951) nach Theodor Fontanes Roman »Frau Jenny Treibel«. In dieser Fassung stand das mittellose Mädchen statt der Kommerzienrätin im Mittelpunkt. Ingrid Rentsch war an der Volksbühne (wo sie ihren Mann Hans-Joachim Martens kennenlernte), später auch am Theater der Freundschaft engagiert und übernahm vor allem Rollen im Fernsehen, darunter in den Serien »Zahn um Zahn« (1985), »Aerolina« (1991) und mehrfach im »Polizeiruf 110«. In Erinnerung bleibt sie nicht zuletzt durch die Folge »Schranken« (1982), in der sie als Mutter von Walter Plathe einen Monolog so eindrucksvoll spielte, wie nur sie es konnte. Wie ihr Sohn Florian Martens jW mitteilte, ist Ingrid Rentsch in der Nacht zu Donnerstag mit 94 Jahren gestorben.

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