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Aus: Ausgabe vom 19.11.2022, Seite 14 / Feuilleton
Programmtips

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht
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Stand sowohl vor als auch hinter der Kamera: »Clint Eastwood. Der Letzte seiner Art«

Handballbundesliga

13. Spieltag, SC Magdeburg – THW Kiel

Spitzenspiel bei den Männern: Meister Magdeburg trifft auf den Pokalsieger und ehemaligen Titelabonnenten Kiel. Bartträger Moritz Musche und MVP der vergangenen Saison Omar Ingi Magnusson gegen Rückraumbank Steffen »Raffi« Weinhold und Kreisläuferstar Hendrik Pekeler. Genießen! Solange der Fußball noch nicht die Oberhand hat.

ARD, Sa., 17.50 Uhr

Aufgewachsen unter Glatzen

Landschaften der Angst

Peter Richters »89/90« (2015), Manja Präkels’ »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß« (2017), und in diesem Jahr erschienen: »Wir waren wie Brüder« von Daniel Schulz und »Nullerjahre« von Hendrik Bolz. Nur vier mal mehr, mal weniger gelungene literarische Aufarbeitungen dessen, was sich zum Ende der DDR ankündigte und dann nach deren Ende um sich schlug, oft auch mit Baseballschlägern: Der Faschismus ergriff die Straßen, Käffer und Jugendzentren des Ostens. BRD 2022.

3sat, Sa., 19.20 Uhr

Honecker und der Pastor

Erstaunlich einfühlsamer Spielfilm zu realen Ereignissen. Erich und Margot Honecker sind im Januar 1990 praktisch obdachlos. Die Modrow-Regierung bietet dem Paar keinen Schutz. So kommen die beiden bei Pastor Holmer und seiner Familie in Lobetal unter. Und draußen wütet der Mob. BRD 2022.

3sat, Sa., 20.15 Uhr

I am Mother

Kann das kalt sein? Ein Roboter zieht ein Mädchen (Clara Rugaard) in einem Bunker auf, nachdem alles, was außerhalb des Bunkers ist, sich zum Schlechten gewendet hat. Babyfingerchen mögen sich an Metalllegierungen nicht gut festhalten können, aber wenn sie doch das einzig Greifbare sind? Wenn die Technik mit Liebe endlich tut, was sie längst tun sollte, und sie uns zurückschenkt. Australien 2019.

RTL 2, So., 20.15 Uhr

Clint Eastwood

Der letzte seiner Art

Von Sergio Leones Revolverhelden in den 70ern, mit allem zugekniffen, was er so an Augen und Mund hat, scheidet sich Clint Eastwood später in zwei: zum einerseits Altersmilden (»Million Dollar Baby«, 2004) und Verhärmten, dem man die Milde verdammt noch mal nahebringen muss, ehe er sie anlegt (»Gran Torino«, 2008). Nimmt man ihn aber auch als Filmemacher, dann zeigt etwa »American Sniper« (2014) an, dass das alte Leder eigentlich immer nur eines ist und bleibt: die raue Haut der USA. Frankreich 2022.

Arte, So., 22.05 Uhr

Aufklärung statt Propaganda

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Ronald B. aus Kassel (19. November 2022 um 10:59 Uhr)
    Die Ausstrahlung des einfühlsamen Spielfilms »Honecker und der Pastor« durch 3sat am heutigen Samstag um 20.15 Uhr betreffend, möchte hier ich einen Auszug aus dem dankenswerten Büchlein »Rückblick zu Erich Honecker« des unvergessenen Sportjournalisten Dr. Klaus Huhn, dort S.62, wiedergeben: »29.März 1990: Besuch von Hans Modrow in Lobetal. Die dortige Unterkunft wurde durch die Regierung Modrow vermittelt. Aufgeputschte Bürger verlangten den Auszug. Bürgerkomitee und Ortspfarrer beteiligten sich aktiv an diesem ›Auszug‹. – Mündliche Ergänzung von Margot Honecker: ›Das Heim, in dem man uns unterbringen wollte, gehörte einer anderen Blockpartei, wahrscheinlich war es ein Schulungsheim. Schon als wir hereinkamen, spürten wir Unwillen (…). Vor dem Tor waren etwa 50 Polizisten und etwa ebensoviele Demonstranten aufmarschiert. Die Demonstranten randalieren, die Polizisten taten unbeteiligt. Ich packte unsere Koffer gar nicht aus. Die Lage spitzte sich zu und wir wurden wieder weggefahren. Die Wagen fuhren langsam, die ›Demonstranten‹ hämmerte mit Fäusten auf das Wagendach. Hätte ich einen Fernsehreporter gesehen, wäre ich demonstrativ ausgestiegen. Wir führen zurück nach Lobetal und die Pfarrersfrau war empört und schwor: ›Wir lassen sie jetzt nicht mehr hier weg.‹ [In Modrows Memoiren ist diese Aktion nicht erwähnt. Es fiele wohl auch schwer sie zu ›begründen‹. Es fiele auch nicht leicht, zu erklären, wieso im Vorfeld seiner Verhaftung (Erich Honeckers, R.B.) ausreichend Sicherheitskräfte zur Verfügung standen, ein Krankenzimmer zu ›bewachen‹, während bei dieser ›Verlegung‹ kaum welche zu seinem Schutz zur Verfügung standen – K.H.] 19. April 1990: Margot Honecker erleidet einen Herzinfarkt.«
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