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Aus: Ausgabe vom 09.11.2022, Seite 1 / Ausland
Nuklearstreitkräfte

US-Admiral prophezeit Krieg gegen China

Strategic Command will rasant beschleunigte Aufrüstung. Präsident Xi warnt vor instabiler Lage
Von Jörg Kronauer
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Der Kommandeur des U. S. Strategic Command, das die US-Nuklearstreitkräfte führt, fordert eine dramatisch beschleunigte Aufrüstung der Vereinigten Staaten in ihrem Machtkampf gegen China. »Das Schiff sinkt langsam«, erklärte Admiral Charles A. Richard mit Blick auf den traditionellen US-Rüstungsvorsprung vor der Volksrepublik in einer Rede vor Militärs und Rüstungsindustriellen, die er schon am vergangenen Donnerstag gehalten hatte, die aber erst jetzt bekanntwurde. Richard sprach sich für eine rasant beschleunigte Aufrüstung aus, die von einem neuen Geist getragen werden müsse – ähnlich demjenigen, der den USA 1969 den Flug zum Mond ermöglicht habe: »Andernfalls wird China uns einfach ausstechen«, sagte der US-Admiral voraus. Der Showdown im großen Machtkampf rücke bedrohlich näher. »Die Ukraine-Krise, in der wir uns gerade befinden, ist nur das Aufwärmen«, so Richard. »Die große Krise wird kommen. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir auf eine Art und Weise geprüft werden, wie wir schon lange nicht mehr geprüft wurden.«

Mit Blick auch auf die US-Aufrüstungsbestrebungen warnte Chinas Präsident Xi Jinping am Dienstag vor neuen Herausforderungen für die Sicherheit des Landes. Die Lage sei zunehmend instabil, konstatierte Xi. Beijing werde daher die Ausbildung seiner Streitkräfte intensivieren und sich gezielt auf einen drohenden Krieg vorbereiten. In US-Militärkreisen sorgt zur Zeit für Aufsehen, dass auf der 14. China International Aerospace Exhibition, der größten Rüstungsmesse des Landes, die am Dienstag im südchinesischen Zhuhai ihre Tore öffnete, Berichten zufolge zum ersten Mal die Chengdu »J-20« am Boden ausgestellt wird. Bei der »J-20« handelt es sich um einen Tarnkappenjet der aktuell modernsten fünften Generation; mit ihm haben die chinesischen Luftstreitkräfte Augenhöhe mit der U. S. Air Force und ihrer »F-35« erreicht. Die »J-20« ist ein Beispiel für den erfolgreichen Aufholprozess der Volksbefreiungsarmee. Diese befindet sich freilich in einem wichtigen Punkt gegenüber den US-Streitkräften im Rückstand: in der Einsatzerfahrung.

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  • Leserbrief von Lothar Böling aus Düren ( 9. November 2022 um 19:53 Uhr)
    Das Problem mit den Militaristen ist, dass sie Frieden immer nur durch das Töten des Gegners erreichen wollen. Was anderes können sie nicht. Für diplomatische Lösungen sind solche Leute wie der US-Admiral Charles A. Richard, der Kommandeur des US Strategic Command, das die US-Nuklearstreitkräfte führt, völlig ungeeignet. Was soll eine beschleunigte Aufrüstung bringen? Will man künftig Wüsten und Steppen verteidigen, wo nichts mehr wächst? Wenn dieser amerikanische Kriegstreiber Angst hat, mit seinem Schiff unterzugehen, dann sollte er den Dienst quittieren, statt die Rüstungsspirale anzukurbeln. China hat gar kein Interesse daran, ein sinkendes US-Schiff zu kapern. Bei aller Hetze gegen China, hört man von dort nie solch primitive Drohgebärden, wie die aus den USA. Offenbar mangelt es der militärischen Führung in den USA an Bildung und Intelligenz. Unglaublich, was für Kriegstreiber uns von dort schon präsentiert wurden. Erinnert sei hier nur an den ausgemusterten General der US-Landstreitkräfte in Europa, Ben Hodges. Jeder halbwegs vernünftige Mensch will mit solchen Leuten, die permanent Kriegshetze betreiben, nichts zu tun haben. Aus dem Status eine Bananenrepublik der USA zu sein wird Deutschland nicht mehr herauskommen, solange sich US-Truppen in Europa befinden. Was hatte Außenminister Genscher (FDP) 1990 noch gesagt: »Niemand hat die Absicht, die NATO nach Osten zu erweitern.« (Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=zoWyEYmRqqM) Was aus diesem hohlen Versprechen geworden ist, wissen wir. Wohin uns die von der US-Regierung seit 1999 betriebene NATO-Osterweiterung geführt hat, sehen wir aktuell in der Ukraine. Die Zerstörung der Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 belegt, was für eine Verbrecherorganisation die vom US-Militär geführte NATO ist. Es bleibt nur die alte Forderung: Ami go home!

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