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Aus: Ausgabe vom 24.10.2022, Seite 11 / Feuilleton
Kunst

Eine kulturelle Gegenstimme

Anlässlich des 154. Kubanischen Kulturtages: Die Ausstellung »Luz Infinita – Unendliches Licht« zwischen Oldtimern und Zigarrenlounge in Berlin
Von Annuschka Eckhardt
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Schwofen im Autohaus beim kubanischen Kulturtag

Kubanische Klänge – mitten im Ostberliner Industriegebiet. Der diesjährige kubanische Tag der Kultur wird mit einer Vernissage eingeläutet: Am Donnerstag abend lud die kubanische Botschaft ein ins Oldtimerautohaus »Auto & Art« in Berlin-Weißensee zur Ausstellungseröffnung von »Luz Infinita – Unendliches Licht«. Vier kubanische Künstlerinnen und Künstler verschiedener Generationen stellen aus, kuratiert von Norma Rodriguez, der Präsidentin des Nationalrats der Bildenden Künste Kubas.

Der »Kubanische Kulturtag« wird anlässlich des 20. Oktober 1868 begangen. An jenem Tag hatten die Mambí-Truppen unter der Leitung von Carlos Manuel de Céspedes die Stadt Bayamo befreit, und zum ersten Mal wurde die Nationalhymne »La Bayamesa« angestimmt.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Bilder von José Antonio Rodríguez Fuster. Der 1946 geborene Fuster wuchs in der Küstenstadt Caibarién als Sohn einer Arbeiterfamilie auf, die von der Fischerei lebte. 1961 beteiligte er sich an der kubanischen Alphabetisierungskampagne und begann 1963 in Havanna mit seinem Kunststudium.

Zaida del Río, Malerin, Zeichnerin, Graveurin und Dichterin, gilt seit den 1970ern als eine der wichtigsten Avantgardekünstlerinnen Kubas und wird häufig als Beispiel für die kubanische Identität betrachtet. Da sie auf der Vernissage nicht persönlich anwesend sein kann, spielen die Veranstalter eine Videobotschaft von ihr ab.

Arián Irsula López ist der jüngste der ausgestellten Künstler und lebt in Berlin. Die Werke des 1984 geborenen López befinden sich in der Sammlung des Museums der Revolution in Havanna und des Museums für Gegenwartskunst in Wien sowie in verschiedenen privaten Sammlungen in mehr als 20 Ländern.

Mehr als 150 Personen tummeln sich um die Bilder und um die Bar, an der es Mojitos gibt. Botschafter und Gesandte einiger Länder sind eingeladen. Das Publikum ist ein Mix aus Kunstinteressierten und Leuten aus der Kuba-Solidaritätsbewegung. »Ich war dieses Jahr schon dort«, erzählt ein älterer Mann, sichtlich gerührt. Der kubanische Cellist ­Douglas Vistel kommt vorbei, erzählt von seinem Konzert in der Berliner Philharmonie und dass er seine Partnerin, eine Pianistin, vor 30 Jahren während des Musikstudiums in Moskau kennengelernt hat. »Heute spiele ich nicht selber, sondern genieße kubanische Werke von anderen Künstlern.« Der neue Botschafter Boliviens, Wilfredo Ticona Cuba, nippt an einem Cuba Libre und sagt: »Die Gegenstimme zum US-Imperialismus kann und muss auch eine kulturelle sein.«

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