75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Freitag, 2. Dezember 2022, Nr. 281
Die junge Welt wird von 2690 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Aus: Ausgabe vom 08.10.2022, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Vegane Burger

Von Maxi Wunder

»Bunt, fröhlich und mit Humor« gestaltete sich am vergangenen Montag der Protest vieler Plauener gegen den »Dritten Weg«, so liest man in der zuständigen Regionalpresse. Der »Dritte Weg« ist eine rechtsradikale Fußgängerpartei, die die Unzumutbarkeit des Volksfahrrads anprangert und zur Bekräftigung ihres Protests uniformiert im Gleichtakt marschiert.

»Es gab aber auch frisch gebackenen Kuchen«, berichtet Udo. »Ansonsten war’s ein bisschen wie beim Kölner Karneval. Eine Demonstrantin ging im braunen Kackhaufenkostüm. Andere forderten eine Reform der Demokratie wie in der Schweiz. ›Von deutschen Doofen soll nie wieder Krieg ausgehen‹, stand auf einem Transparent, das habe ihm gefallen. Doch wer kann sich bei den Energiepreisen die Herstellung von Unmengen Kaffee und Kuchen leisten, habe er eine ältere Dame mit Backblech gefragt. »Stimmt, das ist teuer geworden«, gab sie zu. »Doch zum Ausgleich kochen wir diesen Winter mit der Kochkiste. Wie unsere Großmütter in schlechten Zeiten. Frühmorgens kocht man das Essen kurz auf dem Herd an und stellt den warmen Topf dann zum schonenden Weitergaren mehrere Stunden in eine Kiste, zum Beispiel einen Versandkarton, den man vorher mit Metallfolie auslegt – zur Wärmedämmung. Die Töpfe werden rundum mit Daunenkissen, Styropor oder Zeitungspapier eingepackt. Mittags ist das Essen gar. Wenn nirgendwo Hitze entweichen kann, spart man Energie, und die Vitamine und Aromen bleiben dank der niedrigeren Temperatur erhalten. Man lebt gesünder. Warum sollen nur die Energiekonzerne gestärkt aus der Krise hervorgehen? Wir wollen das auch!«

»Frau Bröckers aus dem Souterrain schlägt vor, dass wir im Winter alle nach Sibirien ziehen«, erzählt Rossi. »Da ist gut geheizt und das Gas zum Kochen billig. Die Wohnungen in Plauen vermieten wir derweil an reiche US-Amerikaner. Die können dann mit ihrem Fracking-Gas heizen und Burger braten.« – »Sei nicht so gemein!«, protestiert Doris. »Es gibt auch nette Cowboys.« – »Nett zu wem?« – »Zu Rindern!«

Vegane Burger

Zwei Frühlingszwiebeln in kleine Würfel schneiden, eine Möhre raspeln, eine Knoblauchzehe fein hacken. Zusammen mit einer Dose abgetropften Kichererbsen und 30 g Dinkelmehl (Typ 630) in einen Mixer geben und pürieren. 1/2 TL Kreuzkümmel, 1/2 TL Koriander, beides gemahlen, 1/4 TL Chilipulver, Salz und Pfeffer, zwei EL gehackte Petersilie und einen TL Zitronensaft zum Püree geben und zu einem Teig vermengen. Mit angefeuchteten Händen vier Burger formen. Für die Sauce 80 g vegane Mayonnaise, 20 g Tomatenketchup, Salz, Pfeffer, eine Msp. Harissa, einen Spritzer Zitronensaft, einen TL gehackte Petersilie in einer Schüssel glattrühren. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Burger auf jeder Seite etwa fünf Minuten braten, bis sie leicht goldbraun sind, dann warmhalten. Vier Brötchen halbieren. Zwei Tomaten, 1/2 Salatgurke und geschälte Zwiebeln in Scheiben bzw. Ringe schneiden. Die unteren Brötchenhälften mit jeweils einem Salatblatt, einem EL Cocktailsauce, einem Burger, einem weiteren EL Sauce, Tomate, Gurke und Zwiebel belegen. Die obere Brötchenhälfte daraufsetzen und servieren.

Aufklärung statt Propaganda

Die Tageszeitung junge Welt liefert Aufklärung statt Propaganda! Ihre tägliche Berichterstattung zeigt in Analysen und Hintergrundrecherchen auf, wer wie und in welchem Interesse handelt. Jetzt das Aktionsabo zum Preis von 75 Euro für 75 Ausgaben bestellen!

Mehr aus: Wochenendbeilage

Rosa-Luxemburg-Konferenz: Programm einsehen oder Tickets bestellen unter jungewelt.de/rlk