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Aus: Ausgabe vom 06.10.2022, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Kälte und Grausamkeit

Venus im Pelz | Mi., 3.25 Uhr, Sky Cinema Best Of
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Die ideale Leserin und die kulturellen Hierarchien der Autorschaft: Vanda (Emmanuelle Seigner) und Thomas (Mathieu Amalric) in »Venus im Pelz«

Bekanntlich beginnt Leopold von Sacher-Masochs Roman »Venus im Pelz« mit einer allegorischen Traumszene, in der der Ich-Erzähler von der Liebesgöttin heimgesucht wird, als er ausgerechnet beim Hegel-Lesen einschläft: »›Ich kann es nicht leugnen‹, sagte ich, ›es gibt für den Mann nichts, das ihn mehr reizen könnte als das Bild einer schönen und grausamen Despotin, welche ihre Günstlinge übermütig und nach Laune wechselt‹ – ›Und dazu einen Pelz trägt‹, rief die Göttin.« Adaptiert hat der altersgeile Roman Polanski aber nicht das Original, sondern David Ives’ gleichnamiges Off-Broadway-Zweipersonenstück. Da trifft der Regisseur einer von ihm selbst verfassten Bühnenadaption des bewunderten Romans auf eine in allerletzter Minute noch zum Vorsprechen erscheinende arbeitslose Schauspielerin, die sich als Verkörperung der Wunschphantasie entpuppt. »Den Titel des Stücks haben Sie jetzt aber nicht von dem Lou-Reed-Song geklaut?« fragt die arbeitslose Venus im Kunstpelz mit inhumaner Ignoranz. (aha)

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