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Aus: Ausgabe vom 28.09.2022, Seite 1 / Titel
Energiekrise

Anschlag mit Ansage

Pipelines Nord Stream 1 und 2 schwer beschädigt, Gas tritt vor Insel Bornholm aus. Offenbar staatliche Stellen Urheber der Sabotage
Von Jörg Kronauer
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Gasblasen aus der Pipeline Nord Stream 2 auf etwa einem Kilometer Durchmesser der Ostseeoberfläche nahe Bornholm

Spekulationen über den Urheber der mutmaßlichen Anschläge auf die Erdgaspipelines Nord Stream 1 und 2 haben am Dienstag international hohe Wellen geschlagen. Am Montag waren zunächst an Nord Stream 2 südöstlich der dänischen Insel Bornholm, sodann auch an beiden Strängen von Nord Stream 1 nordöstlich der Insel Lecks entdeckt worden, aus denen offenbar große Mengen Gas entwichen. Dänemark sperrte den Schiffsverkehr in einem Radius von fünf Seemeilen um die Schadensstellen. Mit ersten Schritten zur Aufklärung des Vorfalls waren laut Berichten am Dienstag die dänische Marine und deutsche Spezialisten befasst. Sicherheitsexperten wurden mit der Einschätzung zitiert, bei den Lecks handle es sich um Sabotageakte, die nur von Marinetauchern oder mit Hilfe eines U-Boots hätten durchgeführt werden können. Dahinter stecke also wohl ein Staat. Ein seismologisches Institut aus Schweden meldete zudem, es habe am Montag »starke unterseeische Explosionen« in der Nähe der Pipelines registriert.

Schnell mit dem üblichen Vorwurf, es handle sich um einen russischen Anschlag, war der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei der Hand. Morawiecki räumte ein, man kenne zwar noch keine Details, sehe aber wohl »die nächste Stufe der Eskalation, mit der wir es in der Ukraine zu tun haben«. Er äußerte dies am Rande der Eröffnung der Gaspipeline Baltic Pipe in Goleniów bei Szczecin. Diese soll Polen mit bis zu zehn Milliarden Kubikmetern Erdgas jährlich aus Norwegen versorgen. Allerdings hat die Regierung in Warschau bisher nur einen Vertrag über 2,4 Milliarden Kubikmeter erhalten. In Goleniów wollte auch Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen Sabotage dezidiert »nicht ausschließen«, ging aber mit Morawieckis völlig unbelegten Beschuldigungen nicht konform.

Als mögliche Täter brachten deutsche Leitmedien am Dienstag, wenngleich nur am Rande und sehr zurückhaltend, auch der Ukraine nahestehende Staaten ins Gespräch. Beobachter wiesen darauf hin, dass US-Präsident Joseph Biden am 7. Februar während eines Besuchs von Kanzler Olaf Scholz bekräftigt hatte, Washington werde Nord Stream 2 mit allen Mitteln stoppen. Auf die Frage, wie er dies bewerkstelligen wolle, hatte er erklärt: »Ich darf Ihnen versprechen, dass wir dazu in der Lage sein werden.« Manche erinnerten am Dienstag daran, dass sich noch bis zum vergangenen Mittwoch mehrere US-Kriegsschiffe im Rahmen von Manövern östlich von Bornholm aufgehalten hatten. Allerdings schaden auffällige Manöver, die zumeist aufmerksam beobachtet werden, der Klandestinität, die für Anschläge wichtig ist.

Russlands Präsidentensprecher Dmitri Peskow wiederum sagte mit Blick auf die Vorfälle, er sei »extrem besorgt«, er wies auf die – zumindest potentielle – Rolle der Pipelines für die Erdgasversorgung des gesamten europäischen Kontinents hin. Die mutmaßlichen Anschläge sind exakt zu einer Zeit erfolgt, zu der Kritiker der westlichen Politik diese Rolle wieder offensiver betonen, zumal im Winter eklatanter Erdgasmangel droht.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärt, es sei ihm gelungen, einen Anschlag auf eine andere bedeutende Erdgaspipeline zu verhindern – auf Turkstream. Die Leitung hat eine Jahreskapazität von 31,5 Milliarden Kubikmetern. Sie versorgt nicht nur die Türkei, sondern auch Serbien und Ungarn. Alle drei Staaten halten an ihrer Kooperation mit Russland fest und beziehen weiterhin russisches Gas.

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  • Leserbrief von Claude Sá Hamp (29. September 2022 um 11:56 Uhr)
    Im Angesicht von Bidens Drohung an Scholz sind wir dann jetzt soweit, dass die USA die Energieversorgungsinfrastruktur von Nato-Bündnispartnern bombardieren? Und wenn Wolfgang Kubicki sagen würde, die Druschba-Pipeline solle doch am besten weiterliefern, fliegt dann auch PCK in die Luft?
  • Leserbrief von Hans Schönefeldt aus Berlin (29. September 2022 um 11:50 Uhr)
    »Thank you, USA«, twitterte der ehemalige Verteidigungsminister Polens, Radek Sikorski. Seine transatlantischen Freunde werden ebenso wie sein heimischer Anhang bestimmt »not amused« über so viel Offenheit sein. Denn während jede Menge Spekulationen über den oder die Verursacher der Beschädigung der Nord-Stream-Gaspipelins wie Kraut aus dem Boden schießen, hat Sikorski bereits den One-and-only-Schuldigen ausgemacht. Chapeau! Mit ihm triumphiert sein Ministerpräsident Mateusz Morawiecki mit den Worten: »Die Ära der russischen Vorherrschaft beim Thema Gas geht zu Ende, eine Ära, die von Erpressung, Drohungen und Zwang geprägt war.« Haben die deutschen Wirtschaftswunderkinder unter Adenauer, Erhard und Nachfolger darunter gelitten? Ist es die Sehnsucht der dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, nach einer neuen Eiszeit, die sie jubeln lässt: »Dieser Tag markiert einen entscheidenden geopolitischen Schritt für uns alle.« Wenn das Ereignis also eher erfreulich ist, warum beschuldigt die polnische Regierung ihren östlichen Nachbarn, eine Provokation begangen zu haben, anstatt sich einfach nur zu freuen. Und warum nur will die EU-Kommissionspräsidenten mit entschiedenen Maßnahmen gegen die Verursache der Sabotage vorgehen. Vielleicht, weil sie hofft, dass die Trumpfkarte »Der Russe war’s« auch diesmal sticht. Aber wie ideologisch verbohrt müssen sie und ihre Taktstockgeber im Europäischen Rat sein, zu glauben, dass Russland ein Projekt, in das es zuvor viele Milliarden investiert hat, selbst zerstören wollte.
    Mich erinnert das laufende Spekulationstheater an die Zeit, als wir mit unseren Kindern viele Urlaube in Dänemark, vor allem auf Bornholm, verbracht haben. Unsere Kinder, noch im Grundschulalter, bauten prächtige Burgen aus Sand – mit Straßen und Brücken und allem, was dazugehört. Am späten Nachmittag hieß es Abschied nehmen von ihren Kunstwerken. Was taten sie? Bevor sich andere Kinder ihrer Bauwerke bemächtigten oder sie gar zerstören wollten, haben sie es selbst getan, mit nackten Füßen und Händen. Haben die politischen Akteure und die ihnen dienenden Claqueure das Handlungsmuster aufgegriffen, auf Russland projiziert und auf ein hirnloses Niveau gestellt? Mich überrascht nichts mehr.
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Andreas E. aus Schönefeld (29. September 2022 um 08:00 Uhr)
    In den Leserbriefen vor mir wurde schon die aufkommende Argumentation des sogenannten »Wertewestens« und seiner Medien richtig zerpflückt. Was fehlt ist – der aktuelle POTUS Joe Biden hat bereits VOR (!) dem Beginn des Krieges in der Ukraine massiv gedroht sich Nord Stream »vorzunehmen«. Er drohte aus seinem Weißen Haus in Washington D.C. auch indirekt mit massiven Maßnahmen gegen die Pipelines. Und interessant ist auch, dass die Pipelines unter einem Druck von mehr als 100 bar standen – also Russland liefert nicht? Oder wurden nur in Lubmin die Ventile nicht geöffnet? Und am interessantesten ist, dass bis Donnerstag voriger Woche die NATO in genau diesem Seegebiet Übungen unter Einbeziehung der US-Marine durchführte. Mit dabei das größte US-Amphibienschiff – die USS Kearsarge, begleitet von einem Flugzeugträger und weiteren Kriegsschiffen. Diese Flottenverbände sichern sich gegen die Bedrohung durch andere Marinekräfte (vor allem U-Boote) massiv ab. Sie hätten also ein Vordringen »terroristischer Kräfte« zu den Pipelines sicher entdeckt (oder sie haben tief und fest geschlafen). Fazit: Die USS Kearsarge ist geeignet, auch Navy-Seals bzw. die Delta-Forces der amerikanischen Streitkräfte in ihr Operationsgebiet zu transportieren. Und drei Tage nach dem Manöverende explodieren die Pipelines … Ein Schelm, der Arges dabei denkt … Und Frau von der Leyen? Was ist dann mit den angedrohten harten Maßnahmen gegen die Terroristen? Greift Europa dann die USA an? Oder macht man bloß wieder »Du, Du« mit erhobenen Zeigefinger wie nach den Abhörskandalen der NSA?
  • Leserbrief von Michael Meyer (28. September 2022 um 17:25 Uhr)
    Nun, man muss kein Prophet sein, die Reaktion des sogenannten »Wertewestens« bereits jetzt schon zu kennen. Es war mit Sicherheit Putin himself und Flintenuschi & Co werden mit einer nie gekannten Sanktion gegen RU machtvoll auf diese Ungeheuerlichkeit antworten … ARD & ZDF, BLÖD und wie sie alle heißen, werden’s genüsslich von den Dächern pfeifen, denn sie sind ja die »Qualitätsmedien« dieses NATO-Verbrecherpacks, denen kein Mittel zu schade ist, den Krieg am Laufen zu halten, weiter zu eskalieren, The Show Must Go On, nicht wahr, Sleepy Joe? Oder halt, Moment mal – Deutschland hat auch Kampfschwimmer. Und könnte es sogar sein, dass nun eine Forderung der Verschwörer, Nazis, Radikalen, Putinversteher – also per definitionem der Bezeichnung, die die Regierung schon mal vorsorglich dem Volk gegeben hat, nun der richtige Wind aus den Segeln genommen werden sollte? Denn nicht wahr, die Energie muss ja (!) schließlich weniger und somit teurer werden (dass nicht sein kann, was nicht sein darf …). Wie ekelhaft es inzwischen geworden ist, diesen widerwärtigen Sumpf an Propaganda der westlichen Medien noch zu ertragen.
  • Leserbrief von Hagen Radtke aus Rostock (28. September 2022 um 12:02 Uhr)
    Was irgendwie untergeht: Von den vier Leitungssträngen ist einer, der B-Strang von Nord Stream 2, noch intakt. Man muss sich also auch fragen, wer ein Interesse hätte, nur 3 und nicht gleich alle 4 Leitungen zu kappen, was ja zweifellos effektiver wäre.
  • Leserbrief von Gerhard R. Hoffmann aus Halberstadt (28. September 2022 um 11:55 Uhr)
    Diesen brutalen Akt des Staatsterrorismus der RF in die Schuhe zu schieben, erinnert mich an das Auftauchen angeblich sowjetischer U-Boote vor der Küste Schwedens in den 1980er Jahren. Später mussten die USA zugeben, dass sie diese Provokation unternommen hatte, mit eigens dafür gebauten U-Booten, die nicht den ihrigen, sondern italienischen, ähnelten. Erinnert sei hier auch an den vorsätzlich herbeigeführten »Schiffsunfall« des DDR-Handelsschiffes »Magdeburg« auf der Themse in London am 26. Oktober 1964, das 42 Busse für Kuba geladen hatte. Getarnt war es als ganz »normaler« Unfall, verursacht von dem japanischen Schiff »Yamashiro Maru«, bei dem die »Magdeburg« Totalschaden erlitt. An Bord befanden sich zwei Passagiere, ein Lotse und Mannschaft, bestehend aus 54 Besatzungsmitgliedern. Sie konnte die Busse jedoch retten und mit einem anderen Schiff sicher nach Kuba bringen. Zehn Jahre später stand in der Washington Post, dass das eine verdeckte Aktion der CIA mit Unterstützung des britischen Geheimdienstes war, die ein 12.000.000 Dollar-Geschäft, das 450 Busse betraf, zwischen GB und Kuba zu verhindern suchten. Alles wie gehabt, könnte man sagen, und was jetzt an wirklich dubiosen und idiotischen »Erklärungen« in der Westpresse unisono erfolgt, ist nichts weiter als der bekannte Ruf eines Taschendiebs: »Haltet den Dieb! – Haltet den Dieb!«. Niemand im »Wertewesten« stellt die banale Frage: »Cui bono- Wem nützt es«?! Jetzt können die Demonstranten auf der Straße gerne rufen: »Öffnet Nord Stream 2!« Das hat sich erledigt. Denn selbst wenn sie repariert wird, wer gibt die Garantie, dass nicht morgen schon der nächste terroristische Anschlag erfolgt. Und wenn eine Frau von der Leyen jetzt ausruft, dass das ein »Angriff auf die europäische Energiesicherheit (sei)« und dieser Angriff bestraft gehört – obwohl man doch kein »Russengas« mehr will –, dann bin ich gespannt, wer wen wann und wie bestrafen wird und wie der wahre Schuldige heißt.
  • Leserbrief von Istvan Hidy aus Stuttgart (28. September 2022 um 11:22 Uhr)
    Die USA haben einem Medienbericht zufolge die Bundesregierung bereits vor Wochen vor Anschlägen auf Gaspipelines in der Ostsee gewarnt. Also tatsächlich Anschlag mit Ansage! Mehrere Lecks fast zeitgleich an den beiden Nord-Stream-Gaspipelines sind keine Zufälle. Ein Sabotageakt gilt Experten als wahrscheinlich. Da ergibt sich die Frage: Wer hat die Leitungen gesprengt? Eins steht fest: Im Bereich um Bornholm liegen die Leitungen etwa 70 Meter unter der Wasseroberfläche, also Laie können es nicht gewesen sein, ohne »spezielle militärische Hilfe« wäre die Sabotage nicht möglich. Zwei Szenarien können laut Sicherheitskreisen für die Lecks verantwortlich sein: Anschläge durch die Ukraine oder durch Russland. Zum einen könnten, so die ersten, aber keinesfalls belegbaren Spekulationen, ukrainische oder der Ukraine verbundene Kräfte verantwortlich sein. Aber es könnte auch eine Spezialoperation Russlands eine Erklärung für die Leckagen sein. Damit könnte zusätzliche Verunsicherung geschürt und möglicherweise der Gaspreis wieder nach oben getrieben werden, um die europäische Energiepreiskrise, die sich zuletzt minimal entspannt hatte, wieder zu verschärfen. Ich bevorzuge eine dritte Variation: Ein Sabotageakt von Polen und den USA. Es musste sichergestellt werden, dass russische Gaslieferungen im kommenden Winter nicht nach Deutschland fließen! Der zahlungsunfähige Pipelinebetreiber sieht sich außerstande, die Schäden mittelfristig zu beheben. Mit dem Ausschalten der Nord-Stream-Pipelines wären Gaslieferungen von Russland nach Deutschland und Zentraleuropa auch nach »Frieden« nur noch über die durch Polen laufende Verbindung Jamal und das ukrainische Pipelinenetz möglich.
  • Leserbrief von Rainer K. aus Potsdam (28. September 2022 um 10:23 Uhr)
    Nachtrag: Der Terrorstaat USA, diesmal als Wirtschaftsterrorist unterwegs. Die BRD ist, ob dieser »Freunde« nicht zu beneiden. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.
  • Leserbrief von Bernd Jacoby aus Wiesbaden (28. September 2022 um 09:52 Uhr)
    »Bornholmer Erklärung über die begrenzte Souveränität Deutschlands und anderer europäischer Staaten (Biden-Doktrin)«. So lautet mein bitter-sarkastischer Vorschlag für einen Namen und die Deutung dieses Vorgangs, Zwischenfalls, dieser politisch-militärischen Maßnahme, die den Kern der Vorgänge um den 24. und 27. Februar 2022 trifft. Hätte Deutschland seinerzeit mit vertraglichen Garantien gegenüber Russland Nord Stream 2 gewährleistet, ebenso die Nichtaufnahme der Ukraine in die NATO und das Unterlassen militärischer Unterstützung für die Ukraine, hätte es seine uneingeschränkte Souveränität bewiesen und, wie ich vermute, den sich jetzt entfaltenden Krieg tatsächlich verhindert, Nutzen für das deutsche Volk gemehrt und Schaden von ihm abgewendet. Wenn man so will, hat der deutsche Bundeskanzler und der deutsche Bundestag diese »Bornholmer Erklärung« schon am 27. Februar mit allen Folgen ratifiziert. Die »Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa« ist gesprengt. Deutschland ist faktisch längst Frontstaat und Kriegspartei. Es hat zugelassen, dass die USA und NATO im Herzen Europas einen Krieg anfeuern und füttern, der weder Deutschland noch der Ukraine in irgendeiner Weise nützt und dient – im Gegenteil! Beider Länder Interessen für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sind verraten. Sie haben nicht die dümmsten Regierungen, sondern solche, die nationale Interessen bewusst an andere abgetreten haben, um des eigenen vordergründigen, im Falle Deutschlands auch imperialen Vorteils willen. Die Bürger und so auch die Kinder als Zukunft dieser Länder tragen die Kosten und »bürgen« letztendlich mit Wohlstand, Gesundheit und dem Leben. Vorfälle und Zwischenfälle standen oft genug am Anfang schlimmster großer Kriege!
  • Leserbrief von Joachim Seider aus Berlin (28. September 2022 um 08:35 Uhr)
    Lustig an alldem sind lediglich die Reaktionen der deutschen »Qualitätsmedien«. Die wissen natürlich genau, dass auch hinter dieser Sauerei letztendlich nur Putin stecken kann. Was da vor Bornholm passiert ist, ist blanker Terrorismus. Wieviele Staaten der Welt sich tatenlos gefallen lassen werden, wenn internationale Energieinfrastruktur angegriffen wird, wird sich noch zeigen. Den wirklichen Verursachern sind von ganzem Herzen Heulen und Zähneklappern zu wünschen. Denn wie wusste schon Konfuzius: »Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andern zu!«
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Erich Rainer K. aus Potsdam (27. September 2022 um 21:47 Uhr)
    So wie die Behauptung der ukrainischen Faschisten, Russland beschieße das AKW Saporischschja, das es unter seiner militärischen Kontrolle hat, wird die gleichartige Beschuldigung wegen der Gaslecks nicht lange auf sich warten lassen. Natürlich, um die »friedliche und demokratische« Ukraine des Terrorismus beschuldigen zu können. Wer hat den Nutzen von so einem Verbrechen und wer hat die Fähigkeiten hierzu? Es ist das US-Regime und seine Handlanger in der Ukraine, in Polen und im Baltikum. Folge dem Geld, das da winkt, wenn die Pipelines aus dem Wege sind und du gelangst zu den Tätern.
  • Leserbrief von Lothar Böling aus Düren (27. September 2022 um 20:43 Uhr)
    Nachdem sich abgezeichnet hatte, dass die Bundesregierung fehlendes Gas aus Russland nicht so schnell ersetzen kann, wurden die Rufe nach einer Öffnung von Nord Stream 2 in den letzten Wochen immer lauter. Am 26.09.2022 verkündete tagesschau.de dann: »Druckabfall in Nord Stream 2« (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/nord-stream-zwei-druckabfall-101.html). Die Röhre A von Nord Stream 2 habe ein Loch, der Druck sei von 105 auf 7 Bar gefallen, heißt es da. Südöstlich der dänischen Insel Bornholm trete Gas aus. Am 27.09.2022 wurde es konkreter. »Drei Lecks an Nord-Stream-Pipelines«, hieß bei tagesschau.de (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/nord-stream-eins-druckabfall-101.html). Es sei die Rede von zwei Lecks an Nord Stream 1 nordöstlich der Ostseeinsel Bornholm, sowie einem an Nord Stream 2 südöstlich der Insel. Und die Täter waren auch schon gefunden. Polen halte es für eine russische Provokation, heißt es bei tagesschau.de im selben Artikel. Die beiden russischen Gaspipelines, Nord Stream 1 + 2, verlaufen vor der Insel Bornholm in 70 bis 100 Meter Tiefe. Die maximale Arbeitstiefe für Berufstaucher beträgt 200 Meter. Also war es ein Leichtes, Kampftaucher mit der Sabotage zu beauftragen. Dies weist eindeutig auf einen militärischen Auftrag durch die Marine eines NATO-Mitglieds hin. Die drei Explosionen erfolgten zeitgleich, wie eine aufgezeichnete seismische Erschütterung belegt. Zur Erinnerung: Um ein wirtschaftliches Zusammenwachsen Europas und Asiens zu verhindern, drohten US-Senatoren schon 2020, Nord Stream 2 notfalls zu zerstören. Siehe tagesspiegel.de vom 06.08.2020: US-Senatoren wollen Hafen auf Rügen »zerstören« (https://www.tagesspiegel.de/politik/manuela-schwesig-reagiert-emport-auf-drohung-aus-den-usa-5966560.html). Wie man sieht, die »Verbündeten« schlafen nie. Während Millionen Menschen ahnungslos und gutgläubig vor ihrem Fernseher sitzen, haben die »Freunde« von der NATO längst unsere Gasleitung gekappt. Und das endgültig und mit einem Schlag.

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