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Aus: Ausgabe vom 23.09.2022, Seite 9 / Kapital & Arbeit
Am Arbeitsplatz in Lebensgefahr

Mehr als 800 Tote

Italien: Bericht legt Zahlen zu auf der Arbeit getöteten Beschäftigten vor
Von Gerhard Feldbauer
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Es handelt sich dabei nicht um tragische Unfälle, sondern um das Ergebnis von Ausbeutung für Profit, so der Bericht

Es ist ein schockierendes Ergebnis. Mit Stand vom 18. September gab es in diesem Jahr in Italien bereits 802 Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang. Zu diesem Ergebnis kommt die italienische Basisgewerkschaft USB in einem zusammen mit dem Netzwerk Iside Onlus verfassten Bericht. Demnach gab es 567 Unfälle am Arbeitsplatz, 231 auf dem Weg dahin und vier im Zusammenhang mit Covid. Es handele sich um keine tragischen Unfälle, sondern um ein Ergebnis des herrschenden kapitalistischen Systems, »das vollständig auf Profit und Ausbeutung ausgerichtet« sei, so der Report.

Schutz und Sicherheit am Arbeitsplatz seien darin ein »unnötiger Kostenfaktor«, der Gewinn schmälere. Bereits Schüler in Berufspraktika seien betroffen, wie der Tod des 18jährigen Schülers Giuliano De Seta zeige, der am 16. September in Noventa di Piave durch eine herabfallende zwei Tonnen schwere Stahlplatte erschlagen wurde. Laut dem Bericht ereignen sich die meisten solcher Vorfälle in den industriellen nördlichen Regionen, die auch als die produktivsten des Landes gelten. Am stärksten betroffen ist mit 118 Toten die Lombardei, gefolgt von Venetien mit 93 und Piemont mit 62 Toten.

Als wiederkehrende Todesursachen führt der Bericht Quetschungen an, insbesondere durch das Umkippen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und das Herunterfallen von schwerem Material in Fabriken und Lagern. Außerdem werden das Abstürzen aus gefährlicher Höhe, Unfälle mit Maschinen mit unzureichenden Sicherheitsvorrichtungen sowie Arbeit in der Sommerhitze ohne vorgeschriebene Pausen genannt. In vielen Fällen hätte das Leben von Arbeitern gerettet werden können, wären Maßnahmen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit eingehalten worden, fasst der Report zusammen. Die USB fordert daher, Tötung und schwere Körperverletzung am Arbeitsplatz als Tatbestand in das Strafgesetzbuch einzuführen.

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