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Aus: Ausgabe vom 15.08.2022, Seite 2 / Ausland
Ukraine-Krieg

IAEA-Besuch weiter blockiert

Moskau fordert Inspektoren in Energodar. Amnesty will Bericht aufarbeiten
Von Matthias István Köhler
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Wann kommen die Inspektoren: Das AKW Sporischschja in Energodar (7.8.2022)

Der ständige Vertreter Russlands bei der UNO in Wien, Michail Uljanow, fordert Kiew erneut auf, den Beschuss des Atomkraftwerks (AKW) Saporischschja zu beenden und die Sicherheit der Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu garantieren. »Ein internationales Team kann nicht unter ständigem Artilleriebeschuss arbeiten«, sagte er in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS, das am Sonntag veröffentlicht wurde.

Uljanow kritisierte zudem, dass das UN-Sekretariat keine Begründung dafür abgegeben habe, warum es den Besuch des AKWs durch Expertinnen und Experten der IAEA blockiert habe. Dabei habe man sich bereits bis zum 3. Juni sowohl auf die Route als auch den Zeitplan für den Besuch geeinigt gehabt.

Laut Moskau haben die ukrainischen Streitkräfte in den vergangenen Tagen wiederholt das AKW in der Stadt Energodar angegriffen, die seit Monaten von russischen Truppen kontrolliert wird. Zum Einsatz kamen dabei sowohl Artillerie als auch Drohnen. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge konnten jedoch die meisten Angriffe von der Luftabwehr vereitelt werden.

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij forderte unterdessen den Westen auf, Sanktionen gegen Russlands Atomindustrie zu verhängen. Moskau benutze das AKW im Süden der Ukraine, um die ukrainische Führung und die ganze Welt zu erpressen, sagte Selenskij am Samstag abend in einer Videoansprache.

Wie am Sonnabend bekannt wurde, will Amnesty International die Entstehung seines Berichtes zu Kriegsverbrechen der ukrainischen Armee aufarbeiten. Externe Experten würden den Vorgang gründlich prüfen, heißt es in einem der Deutschen Presseagentur vorliegenden Statement der Organisation vom selben Tag. Die Ergebnisse hätten eine hohe Dringlichkeit.

Die Menschenrechtsorganisation hatte Anfang August Kiew vorgeworfen, mit seiner Militärtaktik unnötig das Leben von Zivilisten zu gefährden. So hätte die ukrainische Armee Militärposten unter anderem in Schulen und Krankenhäusern eingerichtet, dies sei »ein Verstoß gegen humanitäres Völkerrecht«, hieß es in dem Bericht. Im Anschluss hatte es starke Kritik an Amnesty gegeben. Aus Kiew hieß es unter anderem, die NGO habe eine Täter-Opfer-Verkehrung betrieben.

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