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Aus: Ausgabe vom 10.08.2022, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gnadenlos überzeichnet

Jamon, Jamon | Arte Mediathek
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Silvia (l.) wird von Raúl angegraben – schließlich mit Erfolg

Der Film »Jamon, Jamon« – im Deutschen in Softpornomanier mit »Lust auf Fleisch« übersetzt, jedoch glücklicherweise im Original zu sehen – lässt kein Klischee über Spanien aus: Silvia (Penélope Cruz) ist ein schönes Mädchen aus einer armen Familie; Raúl (Javier Bardem) arbeitet in einem Schinkendepot, isst rohen Knoblauch und verfügt über ein besonders großes Glied, weshalb er nebenher als Unterwäschemodell arbeitet. Dabei kommt er mit der Unternehmergattin und Mutter von José Luis, dem Freund Silvias, in Kontakt, die ihn beauftragt, mit der Schwangeren anzubandeln. Das funktioniert, jedoch entwickelt die vernachlässigte Ehefrau selbst Gefühle für Raúl – ein skurriler Showdown inmitten der kargen aragonesischen Landschaft Monegros beginnt. Die gnadenlose Überzeichnung der Klischees vermittelt das Bild eines Spaniens zwischen Mittelalter und Moderne. Die Schlussszene, deren Anlehnung an Francisco de Goyas »Duelo a garrotazos« unübersehbar ist, setzt dem ganzen das i-Tüpfelchen auf. (fres)

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