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Aus: Ausgabe vom 05.08.2022, Seite 1 / Inland
Luftverkehrsbranche

Lufthansa in Gewinnzone

Nach Stellenstreichung schreibt deutsche Airline schwarze Zahlen. Tarifgespräche mit Verdi fortgesetzt
Von Oliver Rast
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Vis-à-vis: Kontrahenten auf dem Flugfeld. Gewerkschafter erwarten »abschlussfähiges Angebot« (Frankfurt am Main, 27.7.2022)

So geht das, Zehntausende Stellen streichen, Krise abschütteln – und Profite machen. Die größte deutsche Airline, Lufthansa (LH), schreibt wieder schwarze Zahlen. Am Donnerstag präsentierte Vorstandschef Carsten Spohr in Frankfurt die Zahlen für das zweite Quartal. Demnach erzielte die Fluggesellschaft einen Umsatz von knapp 8,5 Milliarden Euro – und damit etwa zweieinhalbmal soviel wie im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn lag bei fast 400 Millionen Euro. Und für das Jahr 2022 erwartet das MDax-Unternehmen unter dem Strich mehr als eine halbe Milliarde Euro. Die Arbeitsplatzvernichtung hat indes eine Zusatzfolge: Wegen des Ausfalls Tausender Flüge wird die Flugkapazität im Sommerquartal Konzernangaben zufolge nur 80 statt 85 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen. Und Einnahmen mindern.

Davon unabhängig, Geld wäre da für höhere Löhne. Unterdessen ging am Mittwoch und Donnerstag die dritte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt für die rund 20.000 Beschäftigten des LH-Bodenpersonals weiter. Bis jW-Redaktionsschluss ohne Ergebnis. Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ein Einkommensplus von 9,5 Prozent, mindestens aber 350 Euro im Monat. Der Konzern bot bislang lediglich eine zweistufige Lohnerhöhung an, die ferner an das Konzernergebnis gekoppelt sein soll. »Eine ergebnisorientierte Gehaltsentwicklung ist für uns inakzeptabel«, wurde Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle am Mittwoch in einem Statement zitiert. Dergleichen bedeute einen Blankoscheck für eine unsichere Zukunft der Beschäftigten. In der Woche zuvor hatte Verdi zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, um den Druck auf die Lufthansa-Bosse zu verstärken.

Gewerkschaftsnahe Politiker unterstützten den Arbeitsausstand – Cansel Kiziltepe etwa. Der kontinuierliche Stellenabbau bei Lufthansa habe an deutschen Flughäfen »tiefe Spuren hinterlassen«, sagte die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) innerhalb der SPD zu jW. Spürbare Entlastungen und eine faire Bezahlung für die Kollegen durch den LH-Vorstand seien überfällig.

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