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Aus: Ausgabe vom 30.07.2022, Seite 1 / Ausland
Ukraine-Konflikt

US-Präzisionswaffe trifft Kriegsgefangene

Dutzende tote ukrainische Soldaten: Angriff mit Raketenwerfer auf Lager in »Volksrepublik«
Von Reinhard Lauterbach
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Behelfsunterkunft für »Asow-Kriegsgefangene zerstört: Zahlreiche Tote in Jelenowka nach dem Angriff mit US-Waffen (29.7.2022)

Beim Beschuss eines als Kriegsgefangenenlager genutzten Gefängnisses in Jelenowka in der »Volksrepublik« Donezk sind nach Angaben örtlicher Behörden zwischen 40 und 50 Insassen getötet und mindestens 75 verletzt worden. Der Angriff sei am Morgen aus US-Raketenwerfern des Typs »Himars« erfolgt, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es brachte den Beschuss mit der Tatsache in Verbindung, dass dort ukrainische Kriegsgefangene, darunter Angehörige des Neonaziregiments »Asow«, festgehalten worden seien.

Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow sagte am Freitag vormittag in Moskau, Kiew wolle offenbar die eigenen Soldaten dadurch abschrecken, sich zu ergeben, um ihr Leben zu retten. Der Donezker Regierungschef Denis Puschilin erklärte auf seiner Webseite, Hintergrund sei, dass die Gefangenen begonnen hätten, auszusagen. »Es besteht kein Zweifel daran, dass ein entsprechender Befehl zur Vernichtung derjenigen gegeben wurde, die jetzt Zeugnis ablegen.« Diese Zeugenaussagen seien »nicht Teil der Pläne des Kiewer Regimes«.

Kiew wies die Verantwortung für den Angriff zurück. Präsidentenberater Olexij Arestowitsch schrieb auf Twitter, die ukrainische Armee schieße erstens nicht auf Gefangene und zweitens nicht auf eigene. Der Angriff sei ein »zynischer Propagandafake Putins«. Der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba schrieb auf Twitter, die russische Armee habe »ein weiteres entsetzliches Kriegsverbrechen begangen und eine Haftanstalt im besetzten Jelenowka bombardiert, in der sie ukrainische Kriegsgefangene gefangenhielt«.

Die USA hatten der Ukraine jüngst weitere Lieferungen von Mehrfachraketenwerfern zugesagt. Wie das Pentagon am Dienstag mitgeteilt hatte, sprachen US-Verteidigungsminister Lloyd J. Austin und sein ukrainischer Amtskollege Olexij Resnikow in einem Telefonat über weitere Militärhilfen, darunter weitere »Himars«-Raketensysteme. Resnikow sei demnach »versichert« worden, die Waffen würden die Ukraine »so schnell wie möglich« erreichen.

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  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Joachim S. aus Berlin (31. Juli 2022 um 08:25 Uhr)
    »Friendly fire«, der versehentliche Beschuss der eigenen Linien, das kommt im Kriege wirklich vor. Aber den Russen vorzuhalten, sie hätten ein Gefängnis mit ukrainischen Gefangenen auf von ihnen kontrolliertem Gebiet absichtlich zerbombt: Das grenzt schon an Blödheit. Als hätten die Russen im Krieg nichts anderes zu tun, als die eigenen Linien anzugreifen. Mit diesem Blödsinn füllt man in Deutschland schon drei Tage die Medienkanäle. Wahrscheinlich geht es darum, auszutesten, wie dämlich die deutsche Bevölkerung inzwischen schon sein könnte. Nachdem sie schon glauben soll, die Ukraine sei ein Hort der Unschuld, des Rechts und der Wahrheit. Es stimmt schon: Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte.
    • Leserbrief von Eickes ( 2. August 2022 um 12:41 Uhr)
      Naja … hier stehen sich 2 Behauptungen gegenüber … wie schon öfter. Wem man hier tatsächlich glauben kann, ist nicht eindeutig …

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