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Aus: Ausgabe vom 26.07.2022, Seite 1 / Ausland
Krieg in der Ukraine

Ukraine von Regierung befreien

Russlands Außenminister gibt Regimewechsel als Ziel aus. Präsident Selenskij beschwört Einheit
Von Ina Sembdner
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat deutlich gemacht, dass ein Regime-Change in Kiew Kriegsziel seiner Regierung ist. Auf einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sagte er am Sonntag abend, Moskau sei entschlossen, den Ukrainern zu helfen, »sich von der Last dieses absolut inakzeptablen Regimes zu befreien«. Der Regierung und ihren westlichen Verbündeten warf der Topdiplomat vor, mit ihrer Propaganda dafür zu sorgen, dass die Ukraine »zum ewigen Feind Russlands« werde. »Das russische und das ukrainische Volk werden weiterhin zusammenleben. Wir werden dem ukrainischen Volk sicherlich helfen, das Regime loszuwerden, das absolut volksfeindlich und antihistorisch ist«, sagte er.

Der Präsident der Ukraine, Wolodimir Selenskij, schickte den Vorwurf in einer Videobotschaft zurück: »Nur diejenigen, die die wahre Geschichte nicht kennen und ihre Bedeutung nicht spüren, konnten sich entscheiden, uns anzugreifen.« Jahrhunderte seien die Ukrainer unterdrückt worden, und sie würden ihre Unabhängigkeit niemals aufgeben. Die Bewahrung der nationalen Einheit sei nun die wichtigste Aufgabe, um den Krieg zu gewinnen und Mitglied der EU zu werden.

Mit der jetzigen Ankündigung eines geplanten Regimewechsels in Kiew widersprach Lawrow früheren Aussagen. Im April hatte er solche Pläne noch dementiert. »Wir haben nicht vor, das Regime in der Ukraine zu wechseln«, hatte der russische Chefdiplomat damals in einem Interview mit dem Fernsehsender India Today gesagt, selbst als Moskaus Truppen sich Kiew näherten. Es sei Aufgabe der Ukrainer zu entscheiden, unter welcher Führung sie leben wollten, hatte Lawrow damals versichert.

In Kairo erklärte er weiter, dass Russland bereit war, über ein Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten im März zu verhandeln. Doch Kiew habe seinen Kurs geändert und seine Absicht erklärt, Russland auf dem Schlachtfeld in die Flucht zu schlagen. »Der Westen besteht darauf, dass die Ukraine keine Verhandlungen aufnehmen darf, solange Russland nicht auf dem Schlachtfeld besiegt ist«, resümierte Lawrow.

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