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Aus: Ausgabe vom 09.07.2022, Seite 16 / Feuilleton
Bildreportage

Bedrohtes Nass

Lebensader für Mensch und Natur: Chiles längster Fluss, der Loa
Von Gaspar Abrilot (Fotos) und Jorge Rowlands (Text)
Umweltkatastrophen durch den Bergbau befördern die Abwanderung aus dem Loabecken
Auch der Laufvogel Puna-Nandu ist im Loabecken heimisch
Johannisbrotbäume spenden normalerweise angenehmen Schatten in der Wüste
Eine kleine Oase inmitten der Atacamawüste
Zeichen früherer Besiedlung
Verlassenes Basketballfeld
Lebensgrundlage entzogen: Was bleibt, sind Ruinen einstiger Besiedelung
Sauberes und gesundes Wasser gibt es nur noch aus dem Tankwagen

In der Atacamawüste, einem der trockensten Gebiete der Welt, gerät der längste Fluss Chiles in Vergessenheit. Der Loa besteht aus einer Reihe unterirdischer Nebenflüsse, die hier entspringen und sich auf eine 440 Kilometer lange Pilgerreise durch Bäche und Furten, Urgemeinden und Völker begeben, bis sie ins Meer münden.

Gegenwärtig ist das Wasserproblem mit einer »natürlichen« Dürreperiode verbunden, aber vor allem mit dem Eingriff und der Aneignung der ober- und unterirdischen Zuflüsse des Beckens durch den hochindustriellen Bergbau. Im Jahr 1997 kam es aufgrund des Hochlandwinters und des schlechten Zustands der Bergbauinfrastruktur zu einer Xanthatverschmutzung im unteren Teil des Loabeckens. Das führte zu einer Umweltkatastrophe, die die fortschreitende Abwanderung der Bewohner und damit das Verschwinden von Dörfern, Bräuchen und Lebensweisen zur Folge hatte.

Strategisch ist das Loabecken lebenswichtig, da es die einzige Wasserquelle ist, die das Meer auf einer Strecke von mehr als 1.000 Kilometern von Norden nach Süden erreicht. Schon für die vorspanischen Andenkulturen bildete das Becken einen Siedlungspol, insbesondere in den Oasen von Quillagua, Calama und Chiu Chiu. Das Loabecken wurde nach 1500 von indigenen Gemeinschaften, 1532 von den spanischen Kolonisatoren, 1809 vom bolivianischen Staat und 1883 vom chilenischen Staat besiedelt. Derzeit befindet sich der Loafluss von seiner Quelle im Vulkan Miño bis zu seiner Mündung in den Pazifik in einer Krise.

Dieses Projekt zielt darauf ab, die historische und enge Verbindung zwischen den Bewohnern der Loaufer und dem Zugang und der Nutzung des Wassers zu beobachten, darzustellen und sichtbar zu machen, um so eine umfassende Umweltaufzeichnung der Landschaft und des Territoriums zu erhalten

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