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Aus: Ausgabe vom 28.06.2022, Seite 8 / Abgeschrieben

Büchel als potentielles Angriffsziel: Protestwoche gegen US-Atomwaffen in Deutschland

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Ostermarsch: klare Botschaft gegen US-Kernwaffenobsession (Büchel, 18.4.2022)

Die Friedensorganisationen Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) und die Internationale Kampagne für ein Atomwaffenverbot (ICAN) mobilisieren Anfang Juli für eine Protestwoche gegen US-Atomwaffen in Deutschland. In einer Pressemitteilung vom Montag heißt es:

Mit dem Ukraine-Krieg wächst die Angst vor einem Atomkrieg. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass erstmals eine knappe Mehrheit der Befragten für den Verbleib der US-Atomwaffen in Deutschland ist. Gleichzeitig befürworten aber nur zwölf Prozent eine Modernisierung und Aufstockung – doch genau dieser Modernisierungsprozess ist bereits in vollem Gang. Ab 2023 werden voraussichtlich neue US-Atomwaffen in Deutschland stationiert.

Mit der IPPNW- und ICAN-Aktionswoche vom 5. bis 10. Juli 2022 klären wir dieses Jahr über die aktuelle Modernisierung auf und zeigen, dass die Bomben Büchel und Deutschland zum potentiellen Ziel eines konventionellen oder nuklearen Angriffs machen.

Programmhighlights:

Mittwoch, 6. Juli, 16–18 Uhr: Moselrundfahrt in Cochem mit Vortrag von Prof. Karl Hans Bläsius zu »Atomkrieg aus Versehen«

Donnerstag, 7. Juli, ab 16 Uhr: 5. Geburtstagsfeier des Atomwaffenverbotsvertrags vor dem Haupttor des Fliegerhorsts. Anschließend Konzert und Tanz

Freitag, 8. Juli, ab 9 Uhr: Bunte Aktionen vor den Toren des Fliegerhorsts Büchel

Samstag, 9. Juli, 14–16 Uhr: Antiatomwaffenwanderung am Fliegerhorst

Die Modernisierung wird auch durch das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen finanziert: Um die neuen Atomwaffen optimal einsetzen zu können, sollen F-35-Kampfjets angeschafft werden. Ein tatsächlicher Atomwaffeneinsatz wird dadurch denkbarer, da die neuen Bomben zielgerichteter und mit geringerer Sprengkraft eingesetzt werden können. Eine fatale Entscheidung, die zur weiteren Eskalation auf dem europäischen Kontinent führen könnte.

Zwei Wochen nach der ersten Staatenkonferenz zum Atomwaffenverbotsantrag protestieren wir in Büchel für ein nuklearwaffenfreies Deutschland, die Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen und gegen die geplante Aufrüstung.

https://buechel.nuclearban.de

Die Plattform »Stop G7 Elmau« zog am Montag Bilanz der Proteste in Oberbayern vom Wochenende:

Nach der Demonstration in Garmisch gegen den G7-Gipfel sprechen die Veranstalter:innen von einem vollen Erfolg. »Nach unseren Zählungen haben zirka 2.000 Demonstrant:innen aus unterschiedlichsten Spektren teilgenommen«, sagte Anmelder Franz Haslbeck. »Damit sind unsere Erwartungen mehr als erfüllt worden.« Zwei Stunden lang war der Demonstrationszug bei bestem Wetter vom Bahnhof durch die Innenstadt und zurück gezogen. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es nicht. »Dies zeigt trotz aller Schreckensszenarien des Innenministeriums im Vorfeld: Wenn sich die Polizei zurückhält, passiert auch nichts«, sagte Hagen Pfaff vom Presseteam der Gipfelgegner:innen. Vor und nach der Demonstration hatten Redner:innen aus dem globalen Süden und Deutschland scharfe Kritik an der neokolonialen, zerstörerischen und militaristischen Politik der G7-Staaten geübt (…). Themen waren unter anderem Klimagerechtigkeit und Schuldenerlass für den globalen Süden, die fortgesetzte Ausbeutung von Westsahara, Namibia und anderen afrikanischen Staaten auch durch deutsche Konzerne und die Forderung nach Investitionen in Bildung und soziale Gerechtigkeit statt in Rüstungsindustrie und Bundeswehr.

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