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Aus: Ausgabe vom 23.06.2022, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Hering in der Sonne

Eins, zwei, drei | Mi., 0.15 Uhr, HR
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»Setz den Hut auf, Spartacus!« (James Cagney, Horst Buchholz, Pamela Tiffin)

Viel war Billy Wilder nicht vorzuwerfen, als er 1961 für »Eins, zwei, drei« mal wieder nach Berlin zurückkehrte. Allenfalls nervte sein pessimistischer Linksliberalismus, der sich zwar immer darüber im klaren war, dass die Welt ein obszöner Handel ist, aber sein Heil lediglich in einem müden Appell an die Toleranz suchte, der so schon lange nicht mehr auf der politischen Tagesordnung steht. Die Welt ist noch absurder geworden, als Horst Buchholz es sich in »Eins, zwei, drei« hat vorstellen können, als der Coca-Cola-Konzern im geteilten Berlin die Speerspitze gegen den Weltkommunismus darstellte. »Kapitalismus ist wie ein Hering in der Sonne: Er glänzt, aber er stinkt«, stellte er fest, um von James Cagney ein »Russland ist nicht zum Hinfahren da, sondern zum Weglaufen« als Replik zu bekommen. Die Antwort auf die verzweifelt empörte Frage »Ist denn die ganze Welt korrupt?« fiel freilich pragmatisch nihilistisch aus: Ja, sicher doch. Die Welt ist ein fieser Handel, da ist nicht viel zu machen. Marktplatz der Obszönitäten. (aha)

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