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Aus: Ausgabe vom 24.05.2022, Seite 4 / Inland
Bewaffnung aus Bundeswehr-Beständen

Soldaten bilden Bande

Waffenfunde bei Fallschirmjäger in Itzehoe. Ermittlungen wegen Diebstahls
Von Nick Brauns
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Mit Deutschlandfahne in den Abgrund: Übung des Fallschirmjägerregiments 31 (Prerow, 20.8.2020)

In der Nacht zu Sonntag hat die Polizei bei der Durchsuchung eines Hauses in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Itzehoe bei einem Bundeswehr-Soldaten Waffen und Explosivstoffe sichergestellt. Die Durchsuchung sei im Rahmen eines gegen zehn Verdächtige wegen Bandendiebstahls durchgeführten Ermittlungsverfahrens erfolgt, gab die Staatsanwaltschaft Kiel am Montag bekannt.

Die Verdächtigen, darunter vier Soldaten im aktiven Dienst, sollen in den vergangenen Monaten mehrmals in Einrichtungen der Bundeswehr eingebrochen sein, um dort Ausrüstungsgegenstände zu stehlen oder beim Diebstahl zu helfen. Zwei Verdächtige aus Eckernförde seien in Untersuchungshaft genommen worden, da die »Begehung einer weiteren Tat« im Raum gestanden habe. In Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bremen seien insgesamt acht Objekte durchsucht worden. In dem Mehrfamilienhaus in Itzehoe wurden dabei laut Staatsanwaltschaft mehrere Lang- und Kurzwaffen, Munition und explosionsgefährliche Stoffe gefunden, weswegen der Kampfmittelräumdienst zum Einsatz kam.

Die Bundeswehr hatte am Sonntag gegenüber dpa bestätigt, dass es Ermittlungen gegen einen Angehörigen des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf in Niedersachsen gebe. Inwieweit es sich bei diesem Soldaten um den Bewohner des durchsuchten Hauses in Itzehoe handelt, gaben Staatsanwaltschaft und Bundeswehr nicht an. Ein Nachbar berichtete dem Nachrichtenportal 24hamburg.de allerdings, dass der dort wohnhafte junge Mann zuletzt in Bremen als Fallschirmspringer stationiert gewesen sei.

Unklar ist zudem, wofür die entwendeten und gebunkerten Waffen bestimmt waren. Der Soldat aus Itzehoe habe geplant, damit in die Ukraine zu reisen, um dort Brücken zu sprengen, hatte am Sonntag bild.de unter Berufung auf Ermittlerkreise behauptet. Bestätigt wurde dies von der Staatsanwaltschaft nicht.

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