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Aus: Ausgabe vom 13.05.2022, Seite 8 / Ansichten

Heiland des Tages: Elon Musk

Von Ina Sembdner
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Retter der Neonazis in Asowstal? Tausendsassa Elon Musk zu Besuch in Tübingen (1.9.2020)

Was verbindet einen Neonazi und einen Afroamerikaner? Laut Radio Eriwan im Prinzip nichts. Medial haben aber sowohl das »Asow«-Bataillon wie auch Elon Musk einiges auf dem Kerbholz und nutzen – wahlweise besitzen – gerne das so beliebte Internet. Aber weil die am Mittwoch abend auch vom ZDF-»Heute-Journal« präsentierten Bilder der »Helden« von »Asowstal« in Mariupol im Stile einer National Geographic-Reportage – abgelichtet von jemandem, der »offensichtlich im Fotografieren Erfahrung hat«, plus Kommandeur mit Augenklappe nicht ausreichten, hat Musk persönlich auch ein Hilferuf ereilt, aber dazu später.

Zunächst berichtete Einauge dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (in erstaunlich britisch angehauchtem) Englisch von der Situation in den Katakomben und behauptete, sich zu ergeben, würde den Tod bedeuten. Das gilt allerdings nur für Söldner, die nicht der Genfer Konvention unterliegen, ergo nicht als Kriegsgefangene gelten. Journalistische Nachfragen oder Klarstellungen, dass es sich bei den eingeschlossenen »Asow«-Kämpfern qua Statut um Faschisten handelt – geschenkt und ganz im Flow der bürgerlichen Meinungsmache.

Musk wiederum wurde nicht von Einauge angerufen, sondern vom Militärkommandeur der 36. Marinebrigade, Sergij Wolyna, der sich laut Abzeichen auch bei den Neonazis heimisch fühlt. »Helfen Sie uns, aus Asowstal in ein Vermittlerland zu kommen. Wenn nicht Sie, wer dann?« Ok, selbst die Eingeschlossenen haben dank Musks Starlink-Satelliten gecheckt, dass der Südafrikaner, dessen Twitter-Übernahme von konservativen Schwarzen in den USA als eine »Heldentat für Afroamerikaner« gefeiert wurde, dabei ist, seine Macht ins Unendliche zu steigern. Kiew nimmt erstmal vorlieb mit den via Starlink gelieferten Daten für Drohnenangriffe und die tägliche globale Selenskij-Show.

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