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Aus: Ausgabe vom 10.05.2022, Seite 1 / Ausland
Nachfolge von Duterte

Marcos vor Wahlsieg

Philippinen: Diktatorensohn führt bei Präsidentschaftsabstimmung
Von Emre Şahin
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Warten vor einer Wahlkabine in Manila am Montag

Bei der Präsidentschaftswahl auf den Philippinen zeichnet sich ein klarer Sieg von Ferdinand Marcos junior ab. Wie philippinische Medien am Montag unter Berufung auf die amtliche Wahlkommission berichteten, lag er bei mehr als doppelt so vielen Stimmen wie seine Hauptrivalin, die amtierende Vizepräsidentin Leonor Robredo. Nachdem mehr als 60 Prozent der 70.000 Wahllokale ihre Resultate an die Kommission übermittelt hatten, kam Marcos demnach auf über 20 Millionen Stimmen. Robredo lag hingegen nur bei 9,4 Millionen Stimmen, berichtete AFP. Offizielle Ergebnisse kann aber nur der Kongress verkünden. Dies wird erst für Ende Mai erwartet.

Marcos junior bewarb sich rund dreieinhalb Jahrzehnte nach der Absetzung seines Vaters Ferdinand Marcos und der Vertreibung der Familie ins Exil um die Nachfolge des Präsidenten Rodrigo Duterte. Im Wahlkampf hatte er eine großangelegte Kampagne zur Beschönigung der 20jährigen Diktatur seines Vaters gefahren.

2016 hatte Marcos das Rennen um die Vizepräsidentschaft gegen Robredo nur knapp verloren. An der Seite von Marcos kandidierte Dutertes Tochter, Sara Duterte-Carpio, für das Amt der Vizepräsidentin. Insgesamt standen zehn Kandidaten zur Wahl. Neben dem Staatsoberhaupt wurden auch dessen Stellvertreter, das Parlament, die Hälfte der Senatoren und Tausende lokale Posten neugewählt.

Mehr als 60.000 Polizisten waren am Montag im Einsatz. Auf der Insel Mindanao eröffneten Angreifer das Feuer auf eine Schule, die als Wahllokal diente. Dabei wurden der Polizei zufolge drei Wachleute getötet und ein vierter verletzt. Bei einem weiteren bewaffneten Angriff auf ein dortiges Wahllokal wurden nach Polizeiangaben ein Wähler getötet und zwei weitere verletzt. Bei einer Explosion vor einem weiteren Wahlbüro der Insel waren nach Behördenangaben zuvor bereits neun Menschen verletzt worden. Auf Mindanao im Süden des Archipels sind zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv.

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