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Das Leid der Paraskavedekatriaphobiker

Von Pierre Deason-Tomory
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Die drei aus der Puppenkiste: Jim Knopf, Lukas und Lok Emma

In den vorliegenden Radioberichtszeitraum fällt der einzige Freitag, der 13., der in diesem Jahr erhältlich sein wird. Ein junger Rundfunkjournalist aus Soest hat sich also neulich an die Recherche gemacht für ein Feature über Menschen, denen dieses ominöse Datum Furcht einflößt. Diese, googelte er, leiden unter einer Angststörung, die lateinisch Paraskavedekatriaphobie genannt wird, von denen, denen die griechische Triskaidekaphobie zu kurz ist. Die Paraskavedekatriaphobiker haben Angst, am Freitag, dem 13., von der Straßenbahn überfahren zu werden oder von einem Hochhausdach zu fallen. Und bleiben deswegen zu Hause, was nachgewiesenermaßen dazu führt, dass just für diese Freitage die Versicherungen weniger Unfälle entschädigen müssen als für alle anderen. »Eine sich selbst verhindernde Prophezeiung also«, fiel unserem Kollegen dazu ein, als er gerade den Soester Bahnhofsvorplatz überquerte. Er tippte den Gedanken sogleich in sein Telefon und traf dabei einen Omnibus. Deshalb kann sein Feature in dieser Programmvorschau leider nicht angekündigt werden.

Sehr unerfreulich auch diese Story: Ein netter Mann hat die Angewohnheit, betagte reiche Frauen zu heiraten, um sie danach zu beerben. Zweimal geht das gut, nach dem dritten Mal muss er selbst dran glauben. Den Fall ermittelt Kommissar Haas im ARD-Radio-Tatort »Der Tod des schwarzen Witwers« von Martin Mosebach (HR 2022, Mi., 20.05 Uhr, Bayern 2, 21 Uhr, HR 2 Kultur, Fr., 19 Uhr, RBB Kultur, 19.04 Uhr, WDR 3, Sa., 17.04 Uhr, WDR 5, 19.05 Uhr, SWR 2, So., 17.04 Uhr, SR 2, 19 Uhr, NDR Kultur, Mo., 21 Uhr, Bremen 2). Angesichts der vielen Krisen wird man neuerdings von der Bundesregierung mit Geld zugeschissen – wenn man nicht zu den wirklich Bedürftigen zählt. Vivien Leue versucht im »Zeitfragen-Feature: Sorgenfrei Schulden machen« der Modern Monetary Theory auf den Grund zu gehen (Di., 19.30 Uhr, DLF Kultur). Viele Jahre lang hat Maria ihren Lebensunterhalt auf dem Strich verdient. Im dokumentarischen »Hörspiel – In Stanniolpapier« erzählt sie ihre Geschichte, wie der Deutschlandfunk ankündigt »präzise, unsentimental und mit lakonischem Witz« (Di., 20.10 Uhr, DLF). Einen Brief von Rosa Luxemburg, 1917 in Breslauer Haft geschrieben, hat der Österreicher Karl Kraus 1920 in der Fackel abgedruckt und zum Anlass genommen, mit der »empathielosen Bourgeoisie« und ihrer Verantwortung für den Weltkrieg abzurechnen: »Büffelhaut und Kreatur. Die Zerstörung der Natur und das Mitleiden des Satirikers« im »Ö 1-Essay« (Fr., 11.05 Uhr). Im Hörspiel »Thank Bob for Beatniks« bringt Andreas Ammer den kommunistischen Poeten Bob Kaufman zum Klingen, der den Beat bewegte, aus der Partei flog und das FBI zum Narren hielt. Dabei helfen Patti Smith, Moor Mother und Angel Bat Dawid (»hör!spiel!art.mix«, BR 2020, Fr., 21.05 Uhr, Bayern 2). Für Eltern anschlussfähiges Kinderprogramm: WDR 5 beginnt mit der sechsteiligen Radiofassung von »Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer« von Michael Ende (WDR 2009, »Kinderhörspiel«, Sa., 19.04 Uhr und So., 7.04 Uhr). Für den Samstag abend schlagen wir einen Besuch in der Wiener Staatsoper vor: Es gibt Alban Bergs »Wozzeck« vom 21. März (»Oper«, 19.05 Uhr, DLF Kultur). In »Fragen an den Autor« am Sonntag morgen verrät »Frederik Obermaier: Schweizer Geheimnisse« konkret, auf welche Weise das Bankgeheimnis Korruption ermöglicht. Minderbemittelte Bürger dürfen anrufen und mailen, interessierte ­Bourgeois wenden sich bitte direkt an einen angesehenen Rechtsanwalt mit dem ­richtigen Parteibuch (9.04 Uhr, SR 2).

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