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Aus: Ausgabe vom 03.05.2022, Seite 6 / Ausland
Belagerte Provinz

Eskalation in Sengal

Erneute Angriffe Bagdads auf Jesiden
Von Emre Şahin
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Zerstörte Gebäude am Montag in Sengal

Gute Zeiten für Kriegstreiber: Während dem Ukraine-Krieg weiter alle internationale Aufmerksamkeit gilt, nutzen Regierungen weltweit die Gunst der Stunde, um in Konflikten vollendete Tatsachen zu schaffen. So auch der Irak, der seit Mitte April wiederholt seine Armee in die mehrheitlich von Jesiden bewohnte Region Sengal (arabisch: Sindschar) geschickt hat. Seit Sonntag kommt es seitens Bagdad vermehrt zu Angriffen auf die Sicherheitskräfte (Asayis) der selbstverwalteten Region, berichtete die kurdische Nachrichtenagentur ANF. Parallel dazu sei auch die jesidische Bürgerwehr, die »Widerstandseinheiten Sengals«, bei Sinune unter Beschuss geraten.

Gegenüber jW teilte der lokale Arzt Hussein Rasho am Montag mit, dass es auch bei Digure andauernde Gefechte gebe, unter anderem sei eine Schule beschossen worden. »Die Menschen fliehen auf die Berge wegen der Angriffe«, so Rasho. Bereits am 18. April war es bei Digure zu Schusswechseln gekommen. Irakische Soldaten hatten gewaltsam versucht, einen Asayis-Checkpoint zu übernehmen. Zwei Zivilisten wurden dabei verletzt, die Kämpferin Farasin Sengali von den Fraueneinheiten (YJS) starb infolge des Angriffs. Der Autonomierat von Sengal erklärte am Sonntag, Bagdad wolle die Selbstverwaltung der Region beenden und seine Kontrolle ausbauen.

Dass die irakische Offensive zeitgleich zu den türkischen Angriffen auf Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Autonomen Region Kurdistan im Irak geschieht, weist auf ein koordiniertes Vorgehen mit Ankara hin. Wie das kurdische Nachrichtenportal Roj News am Montag berichtete, habe die Türkei mangels Erfolgen nun damit begonnen, 5.000 syrisch-dschihadistische Söldner als Kanonenfutter einzusetzen. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) hüllt sich mit ihrer »feministischen Außenpolitik« bezüglich des Kriegs in Kurdistan weiter in Schweigen.

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