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Aus: Ausgabe vom 09.05.2022, Seite 2 / Ausland
Krieg in der Ukraine

Maritime Front vor Odessa

Ukraine und NATO versuchen, russische Seeblockade zu durchbrechen
Von Reinhard Lauterbach
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Stragisch wichtige Lage am Schwarzen Meer: Die Hafenstadt Odessa (4.11.2016)

Im Ukraine-Krieg haben die Kämpfe im Schwarzen Meer vor Odessa an Intensität zugenommen. Die Ukraine meldete bereits am Sonnabend, sie habe mehrere kleinere russische Militärkutter rund um die sogenannte Schlangeninsel vor der Donaumündung versenkt oder beschädigt. Russland konterte am Sonntag morgen mit der Information, seine Luftwaffe habe in der Nacht vor Odessa eine ukrai­nische Korvette versenkt.

Die Intensivierung der Kämpfe auch in den Küstengewässern des Schwarzen Meeres hatte sich schon mit der Versenkung des russischen Raketenkreuzers »Moskwa« durch ukrainische Antischiffsraketen und unter Nutzung US-amerikanischer Aufklärungsdaten angekündigt. Die strategische Relevanz dieses Abschnitts besteht darin, dass sowohl die Ukraine als auch der Westen dringend darauf angewiesen wären, den Hafen von Odessa nutzen zu können. Einerseits für die Lieferung schweren Materials über See angesichts einer inzwischen stark beschädigten Bahninfrastruktur, und außerdem, um den Export von Weizen als eine der wichtigsten Devisenquellen wieder aufnehmen zu können.

An den Landfronten in der Ostukrai­ne meldete Kiew eine Fortsetzung der Gegenangriffe nördlich und östlich von Charkiw. Ziel sei, dass die Stadt nicht mehr in der Reichweite der russischen Artillerie liege, erklärte der ukrainische Generalstab. Potentiell kämen damit auch die russischen Nachschubrouten in den Raum Isjum in Gefahr.

An anderer Stelle machen die russischen Truppen kleine Fortschritte: Am Sonntag morgen erklärte Kiew, dass die wochenlang umkämpfte Stadt Popasna von den eigenen Truppen »geräumt« worden sei. Beide Seiten meldeten gegnerischen Beschuss ziviler Einrichtungen und Wohnviertel im eigenen Hinterland. Die Ukraine behauptete, bei der Zerstörung einer Schule in der Ortschaft Bilogoriwka seien möglicherweise bis zu 60 Menschen ums Leben gekommen. Zwei Tote seien bereits geborgen worden, für die anderen gebe es kaum Rettungschancen. Aus dem Stahlwerk von Mariupol sind nach ukrainischen Angaben vom Sonnabend die letzten, dort verbliebenen Zivilisten evakuiert worden. Bestritten wurde, dass im Internet aufgetauchte Bilder ukrainischer Soldaten mit weißen Fahnen eine Kapitulation bedeuteten. Die Aufnahmen seien im Zusammenhang mit der Evakuierung entstanden.

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