Jetzt drei Wochen gratis lesen.
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. Juni 2022, Nr. 145
Die junge Welt wird von 2640 GenossInnen herausgegeben
Jetzt drei Wochen gratis lesen. Jetzt drei Wochen gratis lesen.
Jetzt drei Wochen gratis lesen.
Aus: Ausgabe vom 27.04.2022, Seite 2 / Ausland
Spannungen nehmen zu

Anschläge in Transnistrien

Moskau spricht von Provokation. Kiew sieht Urheberschaft in Russland
Von Frederic Schnatterer
Ukraine_Krieg_Moldau_73576831.jpg
Vom Pressezentrum des Innenministeriums Transnistriens veröffentlichtes Foto der zerstörten Sendemasten

Die Spannungen in der international nicht anerkannten »Pridnestrowischen Moldauischen Republik« (Transnistrien) an der Grenze zur Ukraine nehmen zu. Nach der Sprengung zweier Radiomasten, mit denen russische Sender übertragen worden waren, sprachen hochrangige Politiker in Moskau von Provokation. »Die Vorgänge in Transnistrien sind eine Provokation mit dem Ziel, Russland noch tiefer in die Kriegshandlungen in der Region hineinzuziehen«, erklärte beispielsweise der Chef des Duma-Ausschusses für die GUS, Leonid Kalaschnikow. Moskau hat im seit 1992 von der Republik Moldau abgespaltenen Transnistrien Soldaten stationiert.

Bei dem Anschlag auf die Radiomasten im Ort Majak im Rajon Grigoriopol kamen keine Personen zu Schaden, teilte das transnistrische Innenministerium mit. Bereits am Montag abend war es zu einem mutmaßlichen Angriff auf das Gebäude des Ministeriums für Staatssicherheit in der Hauptstadt Tiraspol gekommen. Die Behörden berichteten von Beschuss durch einen tragbaren Granatwerfer. Wegen eines Feiertags seien keine Menschen zu Schaden gekommen.

Die russische Nachrichtenagentur TASS zitierte am Dienstag eine namentlich nicht genannte »Regierungsquelle« aus Transnistrien, die für den Beschuss des Gebäudes in Tiraspol die Ukraine verantwortlich machte. Demnach seien drei Personen kurz vor dem Anschlag über die Grenze gekommen und danach wieder zurück auf ukrainisches Territorium gereist.

Am Dienstag verhängte der Sicherheitsrat von Transnistrien die höchste Terrorwarnstufe. Laut TASS erklärte der Präsident der nicht anerkannten Republik, Wadim Krasnoselski, es würden Kontrollpunkte an den Eingängen der Städte eingerichtet. »Die Sicherheitsbehörden sind in erhöhter Alarmbereitschaft«, hieß es aus dem Pressebüro von Krasnoselki.

Kiew hingegen warf Russland vor, mit den Anschlägen selbst provozieren zu wollen. Ziel sei es, Panik zu schüren, um dann mit den in Transnistrien stationierten Truppen in die Ukraine einzumarschieren und die Schwarzmeerstadt Odessa anzugreifen, hieß es in einer vom Geheimdienst veröffentlichten Mitteilung. Moskau gehe es darum, die gesamte Südukraine unter seine Kontrolle zu bekommen und eine Landverbindung zur Schwarzmeerhalbinsel Krim herzustellen.

Drei Wochen kostenlos lesen

Die Tageszeitung junge Welt stört die Herrschenden bei der Verbreitung ihrer Propaganda. Sie bezieht eine aufklärerische Position ohne Besserwisserei und wirkt durch Argumente, Qualität, Unterhaltsamkeit und Biss.

Überprüfen Sie es jetzt und testen die junge Welt drei Wochen lang (im europäischen Ausland zwei Wochen) kostenlos. Danach ist Schluss, das Probeabo endet automatisch.

Ähnliche:

  • Noch nicht im Einsatz: Die Pipeline zwischen Ungheni (Moldau) un...
    02.11.2021

    Gasprom gibt nach

    Gasvertrag mit Moldau um fünf Jahre verlängert. Altschuldenregelung soll separat gefunden werden
  • Der russische Energieriese Gasprom droht Moldau wegen unbezahlte...
    27.10.2021

    Gaskrise in Moldau

    Parlament ruft Notstand aus. Streit mit Gasprom über Preise öffnet USA die Tür für Lieferungen nach Osteuropa
  • Ihre strategische Position hat sich erheblich verschlechtert: Ru...
    03.12.2020

    Poker mit Moskau

    Gewählte moldauische Präsidentin Sandu verlangt Abzug russischer Friedenstruppe aus Transnistrien

Mehr aus: Ausland

Startseite Probeabo